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Bürgerinitiative „Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal“ e.V.Erlangen, Buckenhof, Uttenreuth, Dormitz, Neunkirchen/Br.1. Vorsitzende: Esther Schuck - Uttenreuth,2. Vorsitzende: Volker Brase – Erlangen und Hans-Thomas Benz - BuckenhofInternet: www.bi-schwabachtal.deKonto: 15-100452, Spk Erlangen, BLZ 76350000IBAN: DE82 7635 0000 0015 1004 52BIC: BYLADEM1ERHSollte sich Erlangen eine Stadt-Umland-Bahn leisten?Vergleichende Darstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Situationder Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt mit anderenStadt(Umland)Bahn-StädtenVerfasst und zusammengestellt im Auftrag derBürgerinitiative "Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal"von Dieter Argast und Ute SzczepaniakBuckenhof, November 2014

-2-KielErlangenQuelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte der %C3%96PNV-Systeme in Deutschland 2008.pngAutor: Maximilian Dörrbecker Lizenzbedingungen: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 GenericDie vom Verfasser grün unterlegten Städte werden im Hinblick auf ihre Stadt(Umland)BahnNeubaustrecken sowie ihre wirtschaftliche und finanzielle Lage untersucht.

-3Ziel dieser Darstellung ist es aufzuzeigen, ob und inwieweit die Stadt Erlangen undder Landkreis Erlangen-Höchstadt im Vergleich mit anderen "Stadtbahn bauenden"Städten aufgrund ihrer ökonomischen, finanziellen und steuerlichen Situation in derLage wären, ein solch zukunftsweisendes Verkehrssystem zu finanzieren.Dieser Vergleich ist geboten, weil die Notwendigkeit einer anderen Verkehrspolitik,insbes. ein "problemlösendes" Stadtbahn- oder Stadt-Umland-Bahn-System 1, kaum inFrage gestellt, von den Kritikern aber dessen Finanzierbarkeit angezweifelt oder garbestritten wird.Für die vergleichende Darstellung wurden einundzwanzig deutsche Städte ausgewählt, die seit Anfang der 1990er Jahre Investitionen im zwei- oder sogar dreistelligenMillionenbereich in "echte" Neubaustrecken und/oder Streckenverlängerungen ihrerStadt(Umland)Bahnen getätigt haben. Berücksichtigt werden keine normalen Ersatzinvestitionen, sondern nur der Bau von neuen Linien innerhalb der Kernstadt und insUmland.Mit aufgenommen werden aber auch Städte, deren Neubaustrecken sich noch im Baubefinden, deren Neubau von den zuständigen politischen Gremien beschlossen wurdeoder bei denen zumindest die Planfeststellung bereits abgeschlossen ist.Der Bau von Stadt(Umland)Bahnen erlebte in den letzten 25 Jahren eine weltweiteRenaissance, nachdem dieses Verkehrsmittel noch in den 1970er und 1980er Jahrenin zahlreichen Städte stillgelegt wurde. Führend beim (Wiederauf)Bau von solchenVerkehrssystemen, insbesondere in den letzten Jahren, sind vor allem französischeStädte wie Dijon, Paris, Lyon, Toulouse, Strasbourg, Grenoble, Bordeaux und vieleandere mehr. Gebaut werden soll auch in Avignon, Amiens, Nancy und Nimes, umnur die wichtigsten Orte zu nennen.Die größten Nahverkehrs-Baustellen in Deutschland befinden sich in Köln undKarlsruhe. Das Mammutprojekt "Nord-Süd-Stadtbahn" in Köln, eine 4 km langeU-Strecke mit einer Investitionssumme von ca. 1,1 Mrd. , soll bis 2019 vollständigfertiggestellt sein.Die ÖPNV-"Modellstadt" Karlsruhe investierte seit 2009 zur Zeit geschätzte 900 Mio.Euro allein in ihre "Kombilösung", die Untertunnelung (3,5 km) der stark befahrenenOst-West-Trasse in der Innenstadt, und in neue innerstädtische Linien. Karlsruhe hatseit 1992 ein umfangreiches Stadt-Umland-Bahn-System mit Zweisystem-Triebwagenmit der Nutzung von DB-Gleisen aufgebaut. Das Streckennetz umfasst inzwischen über500 km im nördlichen Baden-Württemberg und bis in die Südpfalz. Es verläuft bis inden Mittleren Schwarzwald, in den Kraichgau und östlich weit nach WürttembergischFranken. Auf manchen Strecken beträgt der Fahrgastzuwachs bis zu 800(!) Prozent.In Freiburg im Breisgau wurde das Stadtbahnsystem seit 1983 konsequent ausgebaut.2006 erfolgte die Eröffnung der Strecke in den neuen Stadtteil Vauban, bis 2018 sindneue Stadtbahnstrecken mit 11,3 km - auf über 40 km insgesamt - in Planung, z.B. biszur Stadtgrenze Zähringen in 2014 und weiter nach Gundelfingen. Die 2,8 km langeNeubaustrecke zur Messe soll bis Ende 2015 realisiert werden.1Anmerkung: Es gibt regional unterschiedliche Bezeichnungen, z.B. neben Stadt-Umland-Bahn auch Stadtbahn,Regio-Tram, RegionalStadtBahn u.v.a.m. In Erlangen dominiert der Begriff "Stadt-Umland-Bahn", so dasshier im Allgemeinen "Stadt(Umland)Bahn" verwendet wird, soweit sich nicht lokal feststehende Nameneingebürgert haben.

-4-In Heilbronn wurde im Dezember 2013 die jüngste rd. 6 km lange Neubaustrecke, diesog. "Nordstrecke", zur Nachbarstadt Neckarsulm eingeweiht, mit Bau- und Planungskosten über 84 Mio. . Bereits 1999 erreichte die bis an den Neckar verlängerteKarlsruher Stadtbahn den Hbf Heilbronn, 2005 erfolgte die Inbetriebnahme desStreckenabschnittes bis Öhringen-Cappel. Ab 2014 soll die Nordstrecke im Neckartalüber Bad-Friedrichshall-Jagstfeld (5,6 km) bis nach Mosbach-Neckarelz (17,7 km)erweitert werden. Ab Bad Friedrichshall-Jagstfeld soll die Weiterführung quer durch denKraichgau bis zum Endbahnhof Sinsheim (26,4 km) auf DB-Strecken erfolgen, von dortbesteht Anschluss zur S-Bahn Rhein-Neckar.Die Einführung der Stadtbahn in Heilbronn ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür,dass entlang der Neubaustrecken eine Reihe privater und öffentlicher Investitionendurchgeführt wurde, was die Attraktivität der Innenstadt Heilbronns erheblich erhöhte.In Ulm verdoppelte sich die Streckenlänge mit der Verlängerung der Linie 1 zumMessegelände 2008 und weiter 2009 bis Böfingen. Für weitere Neubauprojekte imUmfang von 17,2 km läuft die Planfeststellung: Eine Linie 2 zur Wissenschaftsstadt aufdem Oberen Eselsberg und auf den Kuhberg sowie eine Linie vom Hbf über Neu-Ulmnach Ludwigsfeld sind in Planung. Baubeginn zum Eselsberg war 2014, zumSchulzentrum Kuhberg (Baubeginn 2016/17) soll die Inbetriebnahme 2018 erfolgen.In der Erlanger Partnerstadt Jena wurden seit Anfang der 90er Jahre rund 15 kmNeubaustrecken in die Stadtteile West- und Ost-Lobeda sowie eine talquerendeVerbindung zwischen Lobeda und Winzerla über Burgau mit Anschluss des Gewerbegebietes Göschwitz mit einer Investitionssumme von rd. 67 Mio. angelegt. Für dienächsten Jahre ist eine Streckenverlängerung (2,6 km) in den nördlichen neuenStadtteil Himmelreich geplant und beschlossen (Kosten geschätzt 17 Mio. ,Baubeginn ca. 2016/17).Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt betreibt heute ein attraktives Stadtbahnnetzdurch Fußgängerzonen in engen Innenstadtstraßen und mit unabhängig trassiertenAbschnitten in den Außenbereichen. Zwischen 1992 und 2007 wurden 14,7 kmNeubaustrecken bis an die neu entstandene Stadtrandsiedlung Ringelberg und insStadtumland (Bindersleben, Flughafen) geschaffen.Auch die Bremer Straßenbahn befindet sich seit 1998 im starken Aufwind. Die Linienlänge wurde seit 1995 von 77 km auf 121 km im Jahre 2013 über die Stadtgrenzehinaus bis ins niedersächsische Umland erweitert (2014 nach Lilienthal/Falkenberg, 5,6km; Planfeststellung Linie 8 nach Leeste, 11,1 km; Streckenplanung für eine Regionalstadtbahn nach Delmenhorst). Innerstädtisch wurden Neubaustrecken bis an dieStadtrandgebiete (z.B. Arsten-Süd und zum Flughafen), bis an ein neues Technologieund Gewerbegebiet und zum Uni-Campus gebaut.In Bielefeld verlaufen alle vier innerstädtischen Linien seit 1991 auf der unterirdischenStammstrecke. Im Jahr 2000 erfolgte ein weiterer Tunnelabschnitt ab Hbf, dasAusbaukonzept "moBiel2030" sieht weitere acht Stadtbahn-Neubaustrecken vor.Beschlossen wurde 2013 eine neue Linie nach Sennestadt, untersucht wird auch dieOption eines "Regionalstadtbahn-Netzes".

-5In der Fuggerstadt Augsburg wird seit den 1990er Jahren das Stadtbahn-Netzkonsequent bis über die Stadtgrenzen ausgebaut. Das Ausbauprojekt "Mobilitätsdrehscheibe Augsburg" umfasste mehrere Einzelprojekte wie Neubautrassen sowie dieUmgestaltung des zentralen Königsplatzes. Wie in mehreren anderen Städten erfolgteeine Reihe städtebaulicher Aufwertungsmaßnahmen in der Innenstadt, z.B. die Neugestaltung des öffentlichen Raumes in der Fußgängerzone.In der Nachbarstadt Nürnberg beschloss der Stadtrat den Ausbau des Straßenbahnbetriebes. 2002 ging nach 28 Jahren wieder eine Neubaustrecke in Betrieb (Dutzendteich - Luitpoldhain - Doku-Zentrum). Diskutiert werden auch der Wiederaufbau derOst-West-Altstadttrasse sowie die Erschließung des Stadtteils Kornburg. An die 2,5 kmlange Verlängerung Thon - Am Wegfeld (Inbetriebnahme voraussichtlich 2015) sollsich die Verlängerung nach Erlangen anschließen.Die bedeutendsten und größten Stadt-Umland-Bahnen, welche die jeweilige Kernstadtüber die Stadtgrenzen hinaus mit ihrem Umland verbinden, sind neben Karlsruhe undSaarbrücken in Kassel (nach Vellmar, nach Baunatal, ins Lonnetal bis HessischLichtenau auf alten Bahngleisen sowie mit der Regio-Tram nach Warburg, Hofgeismaru.a., davon auf ca.165 km Regio-Tram/Eisenbahnstrecken).Saarbrücken ist die zweite deutsche Stadt neben Oberhausen, die die stillgelegtenStraßenbahnen in moderner Form wieder einführte. Die 1997 eröffnete SaarBahnverknüpft nach Karlsruher Vorbild innerstädtische Trassen mit Regionalstadtbahnbetrieb auf DB- und SNCF-Gleisen bis nach Saareguemines in Frankreich. Dies ergabmehr als eine Vervierfachung der Fahrgastzahlen im Vergleich zu den früherenNahverkehrszügen. 2001 erfolgte der Bau der Umland-Strecke nach Riegelsberg, 2009bis Etzenhofen. 2014 wurde die SaarBahn bis Lebach verlängert.Bemerkenswert sind auch die Neubaustrecken in mehreren struktur- und finanzschwachen Städten in Ostdeutschland sowie im Ruhrgebiet. So zum Beispiel:Magdeburg (mehrere Neubaustrecken zwischen 1991 und 2004, 2014 Verlängerungvon 3,7 km nach Reform, bis 2020 Bau der 15 km langen Nord-Süd-Trasse),Halle (ab 2005 7,8 km Neubaustrecke in die Trabantenstadt Halle-Neustadt, weitereVerlängerungen sind geplant),Rostock (seit 2000 ist die Streckenlänge um 1/3 gewachsen) sowie Erfurt (s.o.).Im Ruhrgebiet sind dies z.B. Oberhausen, (Wiedereinführung der Stadtbahn 28 Jahrenach Stilllegung ab 1996, insges. 9,2 km; Lückenschluss zu Essen, 3,3 km 77 Mio.,Abschluss 2017), sowie Bochum/ Gelsenkirchen (seit 2006 Innenstadtlinien imUntergrund, Neubaustrecke Langendreer ab 2013).Der Zweckverband Großraum Braunschweig will bis 2020/25 den Bau einer"RegioStadtbahn" umsetzen, die den Ausbau des Netzes um über 20 km auf 60 kmStreckenlänge (z.T. mit Zweisystemtriebwagen auf DB-Strecken) zur Erschließungwachsender Vororte, von Stadtrandgebieten und des Umlandes vorsieht.Kiel setzt nach dem "Karlsruher Modell" auf eine "StadtRegionalBahn", die die Stadtbis 2017 mit ihrem Umland verbinden soll.Mainz will mit seiner "Mainzelbahn" eine 9,8 km lange Strecke in den StadtteilLerchenberg, Kosten 84 Mio. , ab 2015 bauen.Stadt(Umland)Bahn-Planungen gibt es darüber hinaus in vielen weiteren Städten wieHamburg, Kehl, Frankenthal, Kaiserslautern, Lübeck, Hanau, Wiesbaden usw.

-6Für die vorliegende Untersuchung zur Darstellung der ausgewählten Städte mitStadt(Umland)Bahn-Investitionen sowie zum Vergleich der wirtschaftlichen und finanziellen Situation dieser Städte wurden folgende Quellen herangezogen:- o.V.: Jährliche Straßenbahnjahrbücher der Jahre 2001 bis 2014- o.V.: Straßenbahnen in Deutschland von A - Z. Alle Straßen- und Stadtbahnbetriebe im Überblick, München 2010- Fischer Weltalmanach 2015, Zahlen Daten Fakten, Frankfurt a.M. 2014- "Städteranking 2014. Deutsche Großstädte im Vergleich" des IW Instituts derdeutschen Wirtschaft Köln, Consult GmbH (auch veröffentlicht als "Die bestenStädte 2014" - Städteranking von Immobilienscout24 und WirtschaftsWoche),ein Vergleich von 69 Großstädten anhand von 93 Indikatoren.- "IW-Regionalranking 2014" des Institutes der deutschen Wirtschaft (idw)Consult GmbH in Köln, ein Vergleich von 402 Städten und Landkreisen anhandvon 17 Indikatoren aus den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt undLebensqualität.- Studie "Zukunftschancen der Großstädte" des Institutes der deutschen WirtschaftKöln (Vergleich von 62 deutschen Großstädten über 100.000 Einwohner).- "Prognos Zukunftsatlas 2013 Regionen - Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb" der Prognos AG Basel (402 Landkreise und kreisfreie Städte)- Statistische Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung- Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (v.a. Haushaltssteuerung.de - Portal zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft)- Statistische Daten der Bundesagentur der Arbeit- MB-Research. Internationale Marktdaten (Kaufkraft 2014 in Deutschland)Um die Vergleichbarkeit der Städte im Hinblick auf ihre Wirtschafts- und Finanzkraftsowie ihr Steueraufkommen herzustellen, wurden Indikatoren aus den folgendenBereichen herangezogen:- Gesamtwirtschaftliche Strukturdaten (Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, Kaufkraftpro Einwohner),- Arbeitsmarkt (Arbeitsplatzversorgung, Akademikerquote, Arbeitslosenquote, AnteilHartz IV-Empfänger)- Steueraufkommen (Gemeindliche Steuerkraft, Ist- und Nettogewerbesteuereinnahmen, Gewerbesteuer-Hebesatz, Einkommensteueranteil der Kommune sowiedie Pro-Kopf-Verschuldung).Dabei ergaben sich in den drei nachfolgenden Tabellen (Seite 7 - 9) folgende Gegenüberstellungen der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt mit denanderen "Stadt(Umland)Bahn-Städten".

-7-Tabelle 1: Allgemeine wirtschaftliche Daten und Rankingvergleiche ausgewählter deutscher ndsprodukt (BIP)2012(in Tsd.)je / Einw.1Kaufkraft2014IW-Regional5ranking 2014je / Einw.(402 Regionen imbundesdt. Vergleich)42WiWo Städte6ranking 2014 NiveauWiWo Städte6ranking 2014 DynamikPrognos AG:Zukunftsatlas72013(von 69 Städten)(von 69 Städten)(402 Regionen imbundesdt. 112824271519594034422566295617GesamtrangStadt ErlangenLandkreis ERHØ genannter hweigBremenErfurtFreiburg i.Br.Halle urgMainzNürnbergOberhausenRostockSaarbrücken Der neue Fischer Weltalmanach 2015. Zahlen Daten Fakten. Frankfurt 2014.Steuer-Datenbank der kreisfreien Städte in Deutschland 2013 - eie-staedte.htmlVolkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder. Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreisfreien Städten und Landkreisen der BRD bis 2012. Reihe 2, Band 1 ufkraft 2014 in Deutschland - Stadt- und Landkreise - www.mb-research.de/ download/MBR-Kaufkraft-2014-Kreise.pdf (Anm.: Erlangen bei Kaufkraft bundesweit Rang 9)IW-Regionaldatenbank haftsWoche, Immobilienscout 24 und IW Consult: "Die besten Städte 2014 - Niveau- und Dynamikranking" (insg. 69 dt. Großstädte) - .prognos.com/zukunftsatlas/13/

-8-Tabelle 2: Daten zum Arbeitsmarkt ausgewählter deutscher "StUB-Städte"STÄDTEArbeitsplatzversorgung1in %Stadt ErlangenLandkreis ERHØ genannter hweigBremenErfurtFreiburg i.Br.Halle 4Rang(v. 420 deutschenStädten und ng(v. 420 deutschenStädten und Land1kreisen)1in beitslosenquote2ALG II-Empfänger(Hartz IV) bis 65 Jahre2in %in ,97,42,7Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (idw) Köln: iw-Regionalranking 2014 - www.iwconsult.de/regional/map.phpQuelle: Bundesagentur für Arbeit - Übersicht Oktober 2014 - ruktur-Nav.html?year month 201410Glossar: Arbeitsplatzversorgung: Prozent aller Erwerbstätigen von 15 bis 64 Jahren mit sozialversicherungpflichtiger Beschäftigung

-9-Tabelle 3: Steueraufkommen und Verschuldung ausgewählter deutscher "StUB-Städte"STÄDTEGemeindl.Steuerkraft( je Einw.)Stadt ErlangenLandkreis ERHØ gen. hweigBremenErfurtFreiburg i.Br.Halle urgMainzNürnbergOberhausenRostockSaarbrücken 9769601883474713815544423594932Rang(von 420 dt.Städten 3674217313261115027735322620Istaufkommender Gewerbesteuer( je Einw.)Netto-Gewerbesteuereinnahmen( je 64,445941,57HebesatzRangder Gewerbe- (von 420 dt.Städten undsteuer 2013in ldung( je Einw.)( je 3.23611.5215.5219.6577.51210.66866.773Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (idw) Köln: iw-Regionalranking 2014 - www.iwconsult.de/regional/map.phpQuelle: Steuer-Datenbank der kreisfreien Städte in Deutschland 2013 - eie-staedte.html3Quelle: Schulden-Ranking der 103 kreisfreien Städte/Landkreise in Deutschland 2012 - der-103-kreisfreien-staedte-in-deutschland.html le:Bayer. Landesaamt für Statistik und Datenverarbeitung. Statistik kommunal 2013 - f5Quelle: Statistisches Amt Saarland: Ausgewählte Finanz- und Steuerdaten der saarländischen Gemeinden und Gemeindeverbänden 20136Schuldenranking der 52 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Saarland 2014 - saarland.html2Glossar: Gemeindliche Steuerkraft: Istaufkommen der Grundsteuer A B, der Gewerbesteuer, dem Gemeindeanteil an Einkommen- und Umsatzsteuer abzüglich der Gewerbesteuerumlage

- 10 -Auswertung des Indikatorenvergleiches:Wie aus den drei vorliegenden Tabellen auf den Seiten 7 bis 9 zu den BereichenWirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Steueraufkommen und den nachfolgendenKurzbeschreibungen der verschiedenen Studien/Gutachten incl. Anhängen zuersehen ist, erreichen sowohl die Stadt Erlangen wie auch der Landkreis ErlangenHöchstadt im Vergleich mit den anderen ausgewählten Gebietskörperschaften bzw.Stadt(Umland)Bahn-Städten bei fast allen Indikatoren bzw. deren Werten bundesweitgute bis Spitzenplätze.Bei der Stadt Erlangen wird mit 72.528 ein sehr hohes Bruttoinlandsprodukt jeEinwohner erwirtschaftet, fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt beim Städtevergleich (39.406 ). Daraus ergibt sich fast zwangsläufig eine weit überdurchschnittlicheKaufkraft mit 26.572 je Einwohner, die höchste aller betrachteten Stadtbahn-Städte.Bei den Daten zum Arbeitsmarkt befindet sich Erlangen bei allen Indikatoren in derSpitzengruppe. So nimmt Erlangen bei der Akademikerquote bundesweit Platz 1 ein.Gleichzeitig hat die Stadt Erlangen unter allen deutschen Großstädten die niedrigsteZahl von ALG II-Empfängern.Eine gute Arbeitsmarktlage bedeutet eine geringe Belastung der Stadt bei den Sozialausgaben.In Bezug auf die Gemeindliche Steuerkraft liegt die Stadt Erlangen mit 924 (bundesweit Platz 21 beim Regionalranking 2014) und 1.089 (bundesweit Platz 13beim Städteranking 2014) weit über dem Durchschnitt. Lediglich bei den Gewerbesteuereinnahmen (Istaufkommen 568,98 , Nettoaufkommen 449,89 je Einwohner)befindet sich Erlangen im Mittelfeld, dafür ist der Einkommensteuer-Anteil je Einwohner mit 611,54 weit über dem Wert der verglichenen Stadtbahn-Städte.Hingegen ist die oft beklagte Verschuldung der Stadt unterdurchschnittlich.Ähnlich gut ist die Situation im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Vor allem wegen seinerhohen Kaufkraft je Einwohner (26.110 ), seiner sehr niedrigen Arbeitslosenquote(2,1 %) sowie der äußerst geringen Anzahl der Hartz IV-Empfänger (0,8 %) erreichtder Landkreis bundesweit Spitzenwerte. Die Gemeindliche Steuerkraft liegt mit878 ebenso wie der Einkommensteuer-Anteil der Kommunen mit 535,29 sehrhoch - wohl aufgrund der oft gut verdienenden Umlandbewohner. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis Erlangen-Höchstadt ist mit lediglich 283 je Einwohner imbayern- und bundesweiten Vergleich extrem niedrig.Das "Städteranking 2014 - Deutsche Großstädte im Vergleich" des Institutes derdeutschen Wirtschaft Consult GmbH Köln ist ein gemeinsames Projekt von Wirtschaftswoche, Immobilienscout24 sowie IW-Consult GmbH Köln. Der Städtetest istder umfassendste kommunale Leistungs-Check in Deutschland. Das Ranking untersucht die ökonomische und soziale Entwicklung aller kreisfreien Städte mit mehr als100.000 Einwohnern in Deutschland (Einwohnerzahl nach Zensuskorrektur).

- 11 -Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen: Dem Niveau-Ranking, das Ist-Werteausgewählter Indikatoren (z.B. BIP je Erwerbstätigen) vergleicht, sowie dem DynamikRanking, das die Veränderungen in den fünf zurückliegenden Jahren aufzeigt, z.B. wiesich das BIP von 2008 bis 2012 entwickelt hat.Betrachtet werden insgesamt 69 Städte mit 93 Kennziffern/Einzelindikatoren, in denvier unterschiedlichen Kategorien Arbeitsmarkt (Gewichtung 40 %), Wirtschaftsstruktur(Gewichtung 30 %), Immobilienmarkt (Gewichtung 20 %) und Lebensqualität(Gewichtung 10 %) zusammengefasst werden.Die Reihenfolge ergibt sich aus einem Punktesystem, das auch relative Unterschiedeberücksichtigt. Hierbei werden die allerneuesten Daten/Zahlen, z.T. auch aus demJahr 2014, berücksichtigt. Im Vergleich zum "IW-Regionalranking 2014" ( 402 Stadtund Landkreise mit nur 17 Indikatoren) ergeben sich deshalb bei mehreren Wertenkleine Abweichungen.Bei dieser neuesten bundesweiten Untersuchung der Großstädte erreichte die StadtErlangen beim Niveauranking nach München (65.1 Punkte) mit 63.3 Punkten einenhervorragenden 2. Rang sowie einen sehr guten Rang 14 beim Dynamikranking.Ausgewählte Einzelergebnisse ergeben sich aus den Anlagen (Seiten 13 bis 20).Beim "IW-Regionalranking 2014" des Institutes der deutschen Wirtschaft ConsultGmbH Köln (402 Stadt- und Landkreise, bewertet mit 17 Indikatoren) belegt bei demNiveauranking der Landkreis München Platz 1 (190,9 Punkte), der LandkreisErlangen-Höchstadt bereits Rang 2 mit 170,1 Punkten, davon für WirtschaftsstrukturNote 1.0, für Arbeitsmarkt Note 1.0 sowie Note 2.0 für Lebensqualität.Die kreisfreie Stadt Erlangen erreicht Rang 3 mit 165,4 Punkten: Note 1.0 für Wirtschaftsstruktur, für Arbeitsmarkt Note 1.0 sowie für Lebensqualität Note 2.0(siehe Anlagen, Seiten 20 21).Bei den Einzelbewertungen erzielt die Stadt Erlangen im Bereich Arbeitsmarktbundesweit Rang 1, mit einer Akademikerquote von 29,3 % ebenfalls Platz 1, beimIndikator Arbeitsplatzversorgung von 67 % noch einen guten 62. Platz (von 402).Im Bereich Wirtschaftsstruktur belegt Erlangen bundesweit einen 16. Rang.Bei den Einzelindikatoren Gemeindliche Steuerkraft erreicht die Stadt mit 924. je Einwohner Platz 21, bei den Patentanmeldungen Platz 7. Sehr günstig ist auchdie Verkehrserschließung mit 2,6 Minuten zur nächsten BAB-Auffahrt (Platz 7bundesweit). Lediglich bei Gewerbesteuereinnahmen und bei der Verschuldung proKopf belegt die Stadt einen Mittelplatz. (siehe Anlagen, Seite 22)Der Landkreis Erlangen-Höchstadt erzielt im Bereich Arbeitsmarkt Platz 7 bundesweit, im Bereich Wirtschaftsstruktur sogar Platz 2, darunter bei der GemeindlichenSteuerkraft mit 638.- je Einwohner einen vorderen Platz 30,bei den Patentanmeldungen sogar bundesweit Spitzenplatz 1. Im Bereich Lebensqualität kommt der Landkreis auf Platz 30; bei den Einzelindikatoren fällt vor allem diegeringe Zahl der privaten Schuldner (Platz 2) auf. (siehe Anlagen, Seite 23)

- 12 -Bei der Studie "Zukunftschancen für Großstädte" ("Von den Besten lernen") desInstitutes der deutschen Wirtschaft in Köln, bei der 62 deutsche Großstädte anhandmehrerer Indikatoren (sozioökonomische Kennzahlen von 2012) verglichen werden,erreichen die Städte Jena ("Lichtstadt in Thüringen"), Braunschweig ("Stadt derWissenschaften") und Erlangen ("Stadt in Franken, Siemensstadt") die vorderenPlätze.Erlangen hat dabei von allen Großstädten die höchste Ingenieursdichte, den größtenAnteil an Hochqualifizierten sowie die höchsten Quoten bei der Personalausstattungim Bereich Forschung und Entwicklung sowie die wenigsten Hartz IV-Empfänger.(siehe Anlagen, Seite 24)Bei der Studie der Prognos AG Basel "Prognos Zukunftsatlas 2013 Regionen Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb" für 402 Kreise und kreisfreieStädte landete die Stadt Erlangen nach dem Landkreis München (Rang 1) und derLandeshauptstadt München (Rang 2) auf dem 3. Rang bei folgenden sechs Einzelbewertungen: Dynamik Platz 27, Stärke Platz 3, Demografie Platz 12, ArbeitsmarktPlatz 4, Innovation Platz 16 und Wohlstand Platz 91.Der Landkreis Erlangen-Höchstadt erreichte einen guten 17. Rang mit folgendenEinzelbewertungen: Dynamik Platz 69, Stärke Platz 15, Demografie Platz 172,Arbeitsmarkt Platz 157, Innovation Platz 13 und Wohlstand Platz 5. (siehe Anlagen,Seiten 25 und 26)Alle herangezogenen Studien bzw. Gutachten zeigen eindeutig, dass Erlangen undder Landkreis Erlangen-Höchstadt zu den wirtschaftsstrukturstärksten und wohlhabendsten Regionen im gesamten Bundesgebiet gehören.Zu einem solch starken Wirtschaftsraum gehört ein modernes Nahverkehrssystem wieeine Stadt(Umland)Bahn, um auch in Zukunft diese günstige Entwicklung fortführen zukönnen. Wie die Erfahrungen in vielen anderen Stadt(Umland)Bahn-Städten gezeigthaben, fördert ein schienengebundenes Verkehrssystem eine dauerhaft positiveEntwicklung der Stadt und ihres gesamten Umlandes.

Quelle: ten-199908

- 14 STÄDTERANKING 2014Die TOP 10 im ktePunktePunkteØ 50,0Ø 10,0Ø 5,0Ø 20,0Ø egensburg59,412,55,822,518,67Frankfurt am Main59,013,25,620,919,48Freiburg im ,417,457,011,05,123,817,210 Ulm12Quelle: STÄDTERANKING 2014 Deutsche Großstädte im Vergleich IW Consult GmbH www.iwconsult.de

- 15 -Städteranking 2014 von WirtschaftsWoche und 7Frankfurt am Main8Freiburg im Breisgau9Karlsruhe10 Ulm11 Darmstadt12 Hamburg13 Heidelberg14 Jena15 Mainz16 Mannheim17 Münster18 Wiesbaden19 Potsdam20 Düsseldorf21 Bonn22 Würzburg23 Fürth24 Braunschweig25 Dresden26 Nürnberg27 Heilbronn28 Augsburg29 Köln30 Ludwigshafen am Rhein31 Pforzheim32 Oldenburg33 Region Hannover34 Leverkusen35 Osnabrück36 Koblenz37 Offenbach am Main38 Aachen, Städteregion39 Leipzig40 Mülheim an der Ruhr41 Bielefeld42 Bremen43 44.1Lübeck44.0Saarbrücken, Stadtverband 43.8Bochum43.7Mönchengladbach43.2Halle n40.1Herne37.8Gelsenkirchen36.8Quelle: www.wiwo.de/politik/deutschland/staedteranking/

- 16 -Städteranking 2014 von WirtschaftsWoche und 7Regensburg8Ludwigshafen am Rhein9Erfurt10 Oldenburg11 Freiburg im Breisgau12 München13 Dresden14 Erlangen15 Karlsruhe16 Mannheim17 Ulm18 Aachen, Städteregion19 Kassel20 Osnabrück21 Bonn22 Fürth23 Potsdam24 Heilbronn25 Nürnberg26 Darmstadt27 Jena28 Halle (Saale)29 Rostock30 Region Hannover31 Hamburg3

Konto: 15-100452, Spk Erlangen, BLZ 76350000 IBAN: DE82 7635 . 0000 0015 1004. 52 BIC: BYLADEM1ERH . Sollte sich Erlangen eine Stadt-Umland-Bahn leisten? Vergleichende Darstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Situation . der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt mit anderen Stadt(Umland)Bahn-Städten