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LEISTUNGSBILANZ sen-DuisburgKölnMünsterPaderbornSiegenWuppertal

INHALTVORWORT5STUDENTENWERKE - MODERNE DIENSTLEISTUNGSUNTERNEHMEN6Zahl der Studierenden in Nordrhein-Westfalen7FINANZIERUNG9Einnahmen in den gastronomischen Einrichtungen und MieterlöseSozialbeiträgeZuschuss des Landes in Form eines FestbetragesKostenerstattung für die Ämter für Ausbildungsförderungnach dem ng der Studentenwerke im Landesdurchschnitt 20119910STUDENTENWERKE - WIRTSCHAFTSFAKTOREN FÜR DIE REGION13Studentenwerke als AuftraggeberStudentenwerke als Arbeitgeber mit sozialer Verantwortung1315HOCHSCHULGASTRONOMIE18Preise in den MensenUmsätze in den gastronomischen EinrichtungenWareneinsatz der Studentenwerke NRWDer gemeinsame EinkaufRückblick und Ausblick1819202121WOHNRAUM FÜR STUDIERENDE23Wo wohnen die Studierenden in NRW ?Geförderter Wohnraum für StudierendeWohnplätze der Studentenwerke NRWMietpreiseDas Konjunkturpaket II – eine lohnende Investition für t Studentenwerke NRW 3

4STUDIENFINANZIERUNG29Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)Ausgezahlte Fördermittel nach dem BAföGFinanzierungssituation in NRW seit 1999Finanzierung der ÄmterRückblick und AusblickDatenschutz – Amt für AusbildungsförderungAusbildungsförderung durch die Darlehenskasse der Studentenwerke imLand Nordrhein-Westfalen e.V. (Daka)293031323333TAGESEINRICHTUNGEN FÜR KINDER37Die KindertagesstättenZahl der Kindertagesstättenplätze der Studentenwerke NRWFamilienfreundliche Hochschulen – Einrichtungen der Studentenwerkezur bedarfsorientierten, flexiblen KinderbetreuungFinanzierung der Einrichtungen3738BERATUNG UND SOZIALE DIENSTE40SozialberatungsstellenPsychologische BeratungsstellenBeratung für Studierende mit einer BehinderungSchuldnerinnen- und SchuldnerberatungWeitere Serviceleistungen der Studentenwerke4040414242KULTURARBEIT43Kulturarbeit vor OrtInternationaler Austausch4343ZUSAMMENARBEIT DER STUDENTENWERKE NRW45DIE NORDRHEIN-WESTFÄLISCHEN STUDENTENWERKE IM ÜBERBLICK48Leistungsbericht Studentenwerke NRW353939

VORWORTZum 15. Mal berichtet die Arbeitsgemeinschaft der 12 Studentenwerke in NRW überihre vielfältigen Angebote in den BereichenHochschulgastronomie, Wohnen, Studienfinanzierung, Kinderbetreuung, soziale Beratung und Kultur für 474.000 Studierendean den 68 Hochschulen in NRW.Wir hoffen, dass die Vertreter der Landesund Kommunalpolitik, der Hochschulensowie alle Interessierten erkennen, wiewichtig die Einrichtungen der Studentenwerke für Studierende sind. Sie benötigenerschwinglichen Wohnraum, günstigeVerpflegung, eine verlässliche Studienfinanzierung, Kinderbetreuung und eine studienbegleitende Beratung. Ferner möchte dieArbeitsgemeinschaft darauf aufmerksammachen, wie dringlich der Ausbau diesersozialen Infrastruktur in Anbetracht dernoch weiter steigenden Studierendenzahlenin NRW ist.Vielerorts wurden die Mensen und Cafeterien ausgebaut und die Öffnungszeitenverlängert. An einzelnen Standorten werdenbis zum Herbst 2013 auch noch weitereSanierungsarbeiten und Neubauten abgeschlossen. Gleichwohl ist zu befürchten,dass es Versorgungsengpässe insbesondere zur Mittagszeit geben wird.Auch wenn sich die Wohnanlagen derStudentenwerke – u. a. dank der Förderungaus dem Konjunkturpaket II – in einemguten Zustand befinden, so wird der bestehende Wohnraum an einzelnen Standortennicht ausreichen, die erhöhte Nachfrage zudecken.Eine zeitnahe Bearbeitung der Anträge aufeine Studienfinanzierung nach dem BAföGwird den Studentenwerken künftig nurgelingen, wenn sie finanziell so ausgestattetwerden, dass sie kurzfristig zusätzlichesPersonal einstellen können.Die Studentenwerke werden sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, damit die Studierenden von heute und morgen optimale Rahmenbedingungen für ein kostengünstiges,effizientes und schnelles Studium vorfinden.Die Studentenwerke setzen dabei aber auchauf die Unterstützung des Landes.Leistungsbericht Studentenwerke NRW 5

STUDENTENWERKE - MODERNE DIENSTLEISTUNGSUNTERNEHMEN MIT SOZIALEM AUFTRAG FÜR STUDIERENDE UND VERLÄSSLICHE PARTNER DER HOCHSCHULENDie Aufgabengebiete der Hochschulen undStudentenwerke ergänzen sich hervorragend. Während der Schwerpunkt der Tätigkeit der Hochschulen in der Wissenschaft,Forschung und Lehre liegt, bieten die Studentenwerke eine gute soziale Infrastrukturrund ums Studium. Nur gemeinsam könnensie sich erfolgreich auf geänderte Studienbedingungen einstellen.1 Die Studienbedingungen haben sich mitden Bachelor- und Masterstudiengängenspürbar verändert. Die Stundenpläneder Studierenden sind straff gefüllt. DieStudienzeiten verkürzen sich. Es lastetein erheblicher Leistungsdruck auf denStudierenden. Masterstudierende, die vielleicht aucherst nach einigen Jahren der Berufstätigkeit wieder an die Hochschule zurückkehren, haben besondere Erwartungenan das Leistungsangebot der Studentenwerke, zum Beispiel werden sieWohnraum für Studierende mit Familienbeanspruchen. Immer mehr Studierende kommen ausdem Ausland an die Hochschulen inNRW. Sie vertrauen auf eine verlässlichesoziale Betreuung, insbesondere aufhochschulnahen Wohnraum. Studierende, die ins Ausland gehen, benötigen inder Regel bei der StudienfinanzierungUnterstützung. Einige Schulabsolventen werden zuBeginn ihres Studiums noch nichtvolljährig sein. Die Studentenwerke sind im Rahmenihrer finanziellen Möglichkeiten bereit,die Hochschulen bei der Umsetzungihrer Empfehlung „Eine Hochschule fürAlle“, die aus Anlass der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen wurde,zu unterstützen.16Seit der Reform des Studentenwerksgesetzes (StWG) im Jahre 1994 sind dieStudentenwerke nach kaufmännischenGrundsätzen zu führende soziale Dienstleistungsunternehmen. Mit der Gesetzesreformim Jahr 2004 wurde klar herausgestellt,dass die Studentenwerke sehr weitgehendvon der Anwendung der Landeshaushaltsordnung (sog. Haushaltsrecht des Landes)befreit sind (§ 10 Abs. StWG).Die unternehmerischen Entscheidungenwerden von der Geschäftsführerin/demGeschäftsführer in Abstimmung mit demVerwaltungsrat getroffen. Somit erstellendie Studentenwerke ihre Wirtschaftspläneund Stellenübersichten eigenverantwortlich.Sie kalkulieren die Preise in den Mensen undCafeterien, die Mieten und bestimmen dieHöhe des Sozialbeitrages vor Ort.Der Verwaltungsrat setzt sich zusammenaus:–– drei Studierenden, den Hauptnutzern derEinrichtungen–– einem anderen Mitglied einer Hochschuleim Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks–– einer Beschäftigten/einem Beschäftigtendes Studentenwerks–– einer Person mit einschlägigen Fachkenntnissen oder Berufserfahrung aufwirtschaftlichem, rechtlichem oder sozialem Gebiet und–– einem Mitglied des Rektorats oder desPräsidiums einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks.Die Aufsicht des Ministeriums für Innovation,Wissenschaft und Forschung NRW (MIWF)erstreckt sich nach § 13 Abs.1 StWG darauf,dass die Studentenwerke als Anstalten öffentlichen Rechts ihre Aufgaben im Einklangmit dem geltenden Recht erfüllen. Lediglichim Bereich der Studienfinanzierung nachdem BAföG gibt es eine Fachaufsicht.Vgl. § 2 Studentenwerksgesetz NRW (StWG) und § 3 Abs.1, 2 und 5 Hochschulfreiheitsgesetz NRW (HFG)Leistungsbericht Studentenwerke NRW

Zahl der Studierenden in Nordrhein-WestfalenDie Studentenwerke NRW sind zuständig für ,8OrtVeränderungabsolut in 010 / 2011Wintersemester2011 / 2012WintersemesterNRWOrtVeränderungabsolut in 473.52443.86010,2NRWErfreulich ist,dass immermehr Abiturienten– aus den nochgeburtenstarkenJahrgängen –tatsächlich einStudium in NRWergriffen haben.Zudem gab es vieleBewerber/-innendoppelter Abiturjahrgänge aus Nachbarbundesländern.Weiterer Grund fürden Anstieg war,dass Wehr- undZivildienstpflichtüberraschendkurzfristig abgeschafft wurde,sodass viele jungeMänner ein Studiumbeginnen konnten. So konnte inNordrhein-Westfalenim Wintersemester2011/2012 sogarder Spitzenwertvon fast 474.000Studierendenerreicht werden.Leistungsbericht Studentenwerke NRW 7

Zahl derStudierenden inNRW in denletzten 10 JahrenVor allem dieStudienangeboteund die Zulassungsbeschränkungender Hochschulensind entscheidendfür die Wahl einesStudienortes. Nichtunbedeutend sindaber auch diesozialen Rahmenbedingungen rund umsStudium. Sie können entscheidendfür den individuellenStudienerfolg seinund zur Attraktivitätder Hochschulstandorte 380.000im WS02/03im WS03/04im WS04/05im WS05/06im WS06/07Unter Berücksichtigung der heutigen Zusammensetzung der Altersstruktur bundesweitund insbesondere in NRW wird die Zahl derStudierenden noch weiter steigen; erst rechtin 2013, wenn in NRW ein doppelter Abiturjahrgang die Hochschulzugangsberechtigungerlangt. Nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft wird die Zahl im Wintersemester2013/2014 auf rund 537.000 steigen undsich dann auf diesem Niveau bis 2018 halten.2 Grund für den massiven Einbruch derGesamtstudierendenzahl in 2004 war dasStudienkonten- und -finanzierungsgesetz(StKFG)3, wonach von Langzeitstudierenden Gebühren verlangt wurden. Mit dem Fachhochschulausbaugesetzaus dem Jahr 20094 werden 11.000neue Studienplätze an Fachhochschulenin NRW geschaffen. Drei neue Fachhochschulen mit jeweils 2.500 Studienplätzenstarteten ihren Betrieb. Zuständig ist:–– für die Hochschule Hamm-Lippstadt(Standorte Hamm und Lippstadt)das Studentenwerk Paderborn–– für die Hochschule Rhein-Waal(Standorte Kleve und Kamp-Lintfort)das Studentenwerk Düsseldorfim WS07/08im WS08/09im WS09/10im WS10/11im WS11/12–– für die Hochschule Ruhr West(Standorte Mülheim und Bottrop)das Studentenwerk Essen-Duisburg5In Bochum hat die neue Hochschule für Gesundheit ihren Lehrbetrieb nach einem JahrVorbereitung zum Wintersemester 2010/11mit 200 Studierenden aufgenommen. Insgesamt entstehen hier 1.000 Studienplätze,für die das Akademische FörderungswerkBochum zuständig ist.62.500 neue Studienplätze werden an achtbestehenden Fachhochschulen geschaffen:–– Die Fachhochschulen Aachen (500),Bielefeld am Standort Minden (500)und Münster (200) werden an denbestehenden Standorten ausgebaut.–– Die Fachhochschulen Bochum inVelbert/Heiligenhaus (300) und dieFH Köln in Leverkusen (500) gründenneue Abteilungen.–– Neue Studienangebote wird es auch inden Studienorten Ahaus(FH Gelsenkirchen, 40),Ahlen/Beckum/Oelde (FH Münster, 110),Lüdenscheid (FH Südwestfalen, 250) undWarburg (FH Ostwestfalen-Lippe, 100)geben.2Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Nordrhein-Westfalen, Sonderauswertung der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW zur19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Jahre 2009, Bielefeld im Dezember 2010, Seiten 16 und 17 (im Folgenden abgekürzt: NRW-Auswertungzur 19. Sozialerhebung)3Gesetz- und Verordnungsblatt NRW vom 31.01.2003 Nr. 4, Seite 36 - Das StKFG ist mit Wirkung zum 01.04.2007 außer Kraft getreten.(§ 1 Gesetz zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG))4Gesetz zum Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen GV. NRW. 2009 Nr. 11 vom 28.4.2009, Seiten 253 bis 2645GV. NRW. vom 18. August 2010, Ausgabe Nr. 27, Seiten 511 bis 5326Verordnung über die Änderung der Zuständigkeiten der Studentenwerke vom 18.08.2010,Gesetz- und Verordnungsblatt (GV. NRW.) 2010 Nr. 27 vom 29.9.2010, Seiten 511 bis 5328Leistungsbericht Studentenwerke NRW

FINANZIERUNGDie Studentenwerke NRW finanzieren sich im Wesentlichen aus fünf Quellen:Veränderung20102011absolutin %Verkaufserlöse in dengastronomischenEinrichtungen89.858.796 92.098.442 2.239.646 2,5 %Mieterlöse89.922.488 94.167.287 4.244.799 4,7 %Sozialbeiträge54.705.651 59.020.767 4.315.116 7,9 %Zuschuss des Landes fürallgemeine Aufgaben33.687.300 38.087.300 4.400.000 13,1 %Kostenerstattung für dieÄmter für Ausbildungsförderung nach dem BAföG15.260.000 15.260.000 0 0,0 %283.434.235 298.633.796 15.199.561 5,4 %GesamtEinnahmen in den gastronomischen Einrichtungen und MieterlöseDie Einnahmen in den Gastronomiebetrieben und die Mieterlöse aus den Wohnanlagen inHöhe von insgesamt rund 186 Mio. Euro machen den größten Anteil der Finanzierung aus.In 2011 ergab sich eine Eigenfinanzierungsquote von 62,4 %.SozialbeiträgeIn 2011 wurden Einnahmen aus Sozialbeiträgen von rund 59 Mio. Euro erzielt.StudentenwerkWS 10/11in SoSe 11in WS 11/12in SoSe 12in itt79707376Leistungsbericht Studentenwerke NRW 9

Entwicklung derSozialbeiträgeder Studentenwerke NRW proStudierenden inden letzten10 JahrenIm WS 12/13 wirdder Durchschnittsbetrag auf 77 Eurosteigen.7568 706560 6064 49 5044 4537 353025WS 02/03 WS 03/04 WS 04/05 WS 05/06 WS 06/07 WS 07/08 WS 08/09 WS 09/10 WS 10/11 WS 11/12In diesem Zeitraum wurden die Beiträge derStudierenden fast verdoppelt.Die Gründe dafür: Ausbau und Verbesserung des Leistungsangebotes Allgemeine Kostensteigerungen fürEnergie und Lebensmittel, insbesonderePersonalkostensteigerungen Stagnierende Zuschüsse des Landesüber einen langen Zeitraum hinweg 2005: Einnahmeausfall durch spürbarenRückgang der Studierendenzahlen infolge des StKFG NRW 2006: Kürzung des Zuschusses desLandes um 20 % zwischen 10 Euro und 15 Euro für denBeitrag an den AStA und zwischen 115 und 140 Euro für dasSemesterticket zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Bis zum Sommersemester 2011 kamennoch die Studienbeiträge für die Hochschulen in Höhe von bis zu 500 Eurohinzu.7Die Arbeitsgemeinschaft begrüßt, dass dieHochschulen in NRW seit dem Wintersemester 2011/2012 keine Studienbeiträgemehr verlangen. Demnach erheben nurnoch die Hochschulen in den BundesländernBaden-Württemberg, Bayern, Hamburg undNiedersachsen Studiengebühren.Zudem stiegen die Mieten und Preise in denMensen und Cafeterien.Zuschuss des Landesin Form eines FestbetragesSozialbeiträge der Studierenden an dieStudentenwerke NRWIm Berichtsjahr wurde der Zuschuss desLandes um 4,4 Mio. Euro8 auf38.087.300 Euro angehoben – im Vergleichzum Vorjahr eine Steigerung von 13,1 %.Die finanzielle Belastung der Studierenden– und damit häufig die ihrer Eltern – istenorm. Sie zahlen aktuell pro Semester: durchschnittlich 76 Euro für den Sozialbeitrag an die StudentenwerkeMit diesen zusätzlichen Mitteln konntendie Studentenwerke mit dem Aufbau einerersten sozialen Infrastruktur an den neuenFachhochschulen beginnen und einige7Gesetz zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG) vom 21.03.2006 (GV. NRW. S. 119) in Verbindungmit § 2 Abs. 1 Satz 1 Studienbeitrags– und Hochschulabgabengesetz (StBAG) vom 21.03.2006 (GV. NRW. S. 119),und der Studienbeitrags– und Hochschulenabgabenverordnung (StBAGVO NRW) vom 06.04.2006 (GV.NRW.S.157)8900.000 Euro fortgeschriebener Sondertatbestand für den Fachhochschulausbau plus 3,5 Mio. Euro, für die ein Nachweis des Einsatzes fürInvestitionen verlangt wird.1073 53 554061 70 Leistungsbericht Studentenwerke NRW

überfällige Projekte zum Ausbau und zurErweiterung ihrer Leistungsangebote in denBereichen Gastronomie und Wohnen zumindest anteilig finanzieren. Eine Erweiterungdes Leistungsangebotes entsprechend demAusbau der Studienplatzkapazitäten derHochschulen war mit diesen Mitteln abernicht möglich.Die Verteilung des Zuschusses innerhalbder 12 Studentenwerke wurde 2011 folgendermaßen geregelt: Jedes Studentenwerk erhielt – unabhängig von seiner Größe – vorab600.000 Euro ( 7,2 Mio. Euro). Wie im Vorjahr wurden 900.000 Euro fürden Sondertatbestand „Fachhochschulausbau“ berücksichtigt:–– Die Studentenwerke Paderborn,Essen-Duisburg, Düsseldorf undBochum, an deren Standorte neueFachhochschulen gegründet werden, erhielten vorab jeweils weitere100.000 Euro.–– 500.000 Euro wurden an die Studentenwerke gezahlt, an deren Standorten nach dem Fachhochschulausbaugesetz zusätzliche Fachhochschulplätze geschaffen werden. Die Höheder Zahlung richtete sich nach dengeplanten Zielzahlen für den Fachhochschulausbau. Die Verteilung des verbleibendenRestbetrages von 29.987.300 Eurorichtete sich dann zu 65 % nach denUmsätzen der einzelnen Studentenwerkeim Bereich der gastronomischen Einrichtungen und zu 35 % nach der Zahl derStudierenden im Zuständigkeitsbereichder 504041413230Entwicklung desallgemeinenZuschusses unddes Personalaufwandes derStudentenwerkeNRW in Mio. seit 19963820in 1996in 2001Zuschuss des Landesin 2006in 2011PersonalaufwandJahrAllgemeiner 41 Mio. 41 Mio. 32 Mio. 38 Mio. 87 Mio. 101 Mio. 114 Mio. 131 Mio. 1 : 2,11 : 2,51 : 3,51 : 3,49Das Verhältniszwischen allgemeinem Zuschuss undPersonalaufwandhat sich deutlichnegativ entwickelt.Erlasse des MIWF NRW vom 9. Februar 1996, 24. Mai 2007, 1. Februar 2010Leistungsbericht Studentenwerke NRW 11

Kostenerstattung für die Ämter für Ausbildungsförderung nach demBundesausbildungsförderungsgesetzDie Studentenwerke sind Ämter für Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Im Rahmendieser Auftragsverwaltung erstattete dasLand NRW den Studentenwerken im Berichtsjahr Aufwendungen aus der Durchführung des BAföG (Personal- und Sachkosten)in Höhe von 15.260.000 Euro.Gesamtfinanzierung der Studentenwerke im Landesdurchschnitt 2011Anteil derFinanzierungsquellen 2011Zuschuss des Landesfür allgemeine Aufgaben38 Mio. 13 %Kostenerstattung für die Ämterfür Ausbildungsförderung nach dem BAföG15 Mio. 5%Verkaufserlöse in denGastronomiebetrieben92 Mio. 31 %Sozialbeiträge59 Mio. 20 %Vergleich derFinanzierungsanteile 2011und 2001Die Grafik verdeutlicht die immergrößer werdendefinanzielle Belastungder Studierendenund die geringereUnterstützung desLandes.Mieterlöse94 Mio. 31 %Kostenerstattung für die Ämter fürAusbildungsförderungnach dem BAföG5 % 15 Mio. 6 % 14 Mio. 20 % 59 Mio. Sozialbeiträge14 % 29 Mio. 13 % 38 Mio. Zuschuss des Landesfür allgemeine Aufgaben19 % 41 Mio. 31 % 92 Mio. Verkaufserlöse in denGastronomiebetrieben30 % 63 Mio. 31 % 94 Mio. Mieterlöse31 % 67 Mio. Jahr 2011Jahr 2001Der Zuschussanteil des Landes machte in 2001 noch 19 % der Gesamtfinanzierung aus;heute beträgt er nur noch 13 %. Demgegenüber stieg der Anteil der Sozialbeiträge vondamals 14 % auf mittlerweile 20 % der Gesamtfinanzierung. Der Anteil der Aufwandserstattung für die Ämter für Ausbildungsförderung wurde auf 5 % reduziert.12Leistungsbericht Studentenwerke NRW

STUDENTENWERKE WIRTSCHAFTSFAKTOREN FÜR DIE REGIONAls Betreiber von ca. 175 Mensen, Cafeterien Bistros und Cafébars, 36.950 Wohnplätzen, 1.260 Kindertagesplätzen kommt dennordrhein-westfälischen Studentenwerkeneine erhebliche Bedeutung als Wirtschaftsfaktoren für die Region zu. Insbesonderebeim Kauf von Lebensmitteln ergeben sichenge Verknüpfungen zu regionalen Unternehmen. Aber auch Handwerksbetriebeprofitieren von den Aufträgen zur Sanierung,Instandhaltung und Wartung der Gastronomiebetriebe und Wohnanlagen.Studentenwerke als AuftraggeberInvestitionenIn 2011 wurde in einem außergewöhnlichenMaße – in einem Volumen von 108 Mio. Euro– investiert.10 In 2010 waren es Investitionenvon rund 60 Mio. Euro, in 2009 von rund27 Mio. Euro. An der Finanzierung diesergrößeren Baumaßnahmen beteiligte sich dasLand in 2011 mit 62 Mio. Euro.Im April 2011 wurde die Mensa in derSporthochschule Köln wiedereröffnet. DerGastraum wurde vergrößert, mehr Sitzplätze eingerichtet und das Ausgabekonzepterneuert. Während sich die Gäste vor demUmbau in einer Schlange anstellen mussten, können sie heute direkt die Essenausgabe ihrer Wahl ansteuern und zügig mitder Chipkarte bezahlen. Das spart Zeit.Im Berichtsjahrbetrug das Auftragsvolumen über243 Mio. Euro.Da diese Aufträgeund Bestellungenweitestgehend anheimische Betriebevergeben wurden,leisteten die Studentenwerke über dieBeschäftigung ihrer4.143 Beschäftigten sowie der157 Auszubildenden hinaus einenspürbaren Beitragzur Sicherung vonArbeitsplätzen inNordrhein-Westfalen.Nur exemplarisch seien hier einige Maßnahmen genannt:In der Mensa des AKAFÖ an der Westfälischen Hochschule wurde ein Speiseleitsystem mit mehreren Monitoren installiert unddas Kontingent an Sitzplätzen aufgestockt.Zusätzlich wurde direkt am Gebäude einImbisswagen aufgestellt – für Pommes undCurrywurst.Mehr Plätze für die Mensa Vita in AachenDas Studentenwerk baute - überwiegendwährend des laufenden Betriebs - die MensaVita aus: Der Gastraum wurde um 350 Sitzplätze erweitert und der Spülküchen- undAusgabebereich entsprechend vergrößert.10Um diesen Betrag erhöhte sich das Anlagevermögen der Studentenwerke.Leistungsbericht Studentenwerke NRW 13

Frau MinisterinSvenja Schulze kambei ihrem Besuchin der Studentenwohnanlage „AmStadtlohnweg“ mitStudierenden insGespräch.Am Stadtlohnweg schloss das Studentenwerk Münster die Renovierung einer weiteren Studentenwohnanlage (294 Apartmentsund 31 Zwei-Zimmer-Wohnungen) ab.Investitionsvolumen derStudentenwerkeNRW in denletzten 10 Jahrenin Mio. Euro1101009080706050403020100in 2002in 2003in 2004in 2005Neu geschaffen wurde die Kaffeebar„insgrüne“, mit 32 Plätzen im neuen Hörsaalzentrum auf dem Campus Grifflenbergin Wuppertal.in 2006in 2007in 2008in 2009in 2010in 2011InstandhaltungsmaßnahmenFür die Instandhaltungsmaßnahmen an den bestehenden Einrichtungen der Studentenwerkewurden im Berichtsjahr 30 Mio. Euro aufgebracht, weitaus mehr als in 2010 (26 Mio. Euro).Aufwendungen für bezogene LeistungenStrom,Energie undReinigungsarbeitenExternerin 2007in 2008in 2009in 2010in 20111444.708.935 49.915.326 48.111.542 52.814.794 52.388.030 Leistungsbericht Studentenwerke NRWAnschaffungskostenfür Roh-, Hilfsund Betriebsstoffe,Veränderungbezogene Waren14 %9%-1%10 %-1%46.712.230 49.803.141 50.739.937 50.708.184 52.701.589 Veränderung5%7%2%0%-4%

Auftragsvolumen und Personalaufwand der Studentenwerke NRW 2011im Vergleich zum VorjahrVeränderung20102011absolutin %Investitionen60.278.487 108.402.273 48.123.786 79,8 %Instandhaltungsaufwendungen26.007.331 29.714.994 3.707.663 14,3 %Aufwendungen fürbezogene Leistungen103.522.978 105.089.619 1.566.641 1,5 %Auftragsvolumen189.808.796 243.206.886 53.398.090 28,1 %Personalaufwand124.201.703 130.735.533 6.533.830 5,3 %Auftragsvolumen und Personalaufwand der Studentenwerke NRW 201137 % Investitionen undInstandhaltungsaufwendungen138 Mio. 35 % Personalaufwand131 Mio. 28 % Aufwendungen für bezogene Leistungen105 Mio. Studentenwerke als Arbeitgeber mitsozialer VerantwortungDer Personalaufwand der Studentenwerkein NRW für die 4.143 Beschäftigten stiegin 2011 im Vergleich zum Vorjahr um6,5 Mio. Euro auf 131 Mio. Euro(2010: 124 Mio. Euro) – das entsprichteiner jährlichen Steigerung von 5,2 %.Nach dem Tarifvertrag zur Anwendung desTVöD (VKA), des TV-Ü (VKA) auf die Beschäf-11tigten der Studentenwerke in NRW stiegendie Tabellenentgelte am 1. Januar um0,6 % und am 1. August 2011 um weitere0,5 %. Zusätzlich wurde im Januar 2011eine einmalige Sonderzahlung von240 Euro pro Beschäftigten geleistet.11Zum 1. März 2012 wurden die Tabellenentgelte um 3,5 %, die Ausbildungs– und Praktikantenentgelte um 50 Euro angehoben.Zusätzlich wurde das Volumen für das Leistungsentgelt gemäß § 18 Abs.3 S.1 TVöD (VKA) im Jahr 2011 von 1,25 v. H. auf 1,5 v. H. erhöht.Leistungsbericht Studentenwerke NRW 15

Nicht nur dietarifvertraglichvereinbartenLohnsteigerungenund Beiträge an dieZusatzversorgungsanstalten belastendie Studentenwerkezunehmend. Auchmit der Ausweitungvieler Schutzvorschriften (Arbeitsschutz, Datenschutzund -sicherheitu. a.) ist ein deutlichhöherer finanziellerAufwand für dieStudentenwerkeverbunden.Arbeitgeberbeiträge der Studentenwerkean die 20117.483.358 7.827.428 Die Arbeitgeberbeiträge an die Zusatzversorgungsanstalten haben sich in den letzten10 Jahren verdoppelt; in 2001 betrugensie 3,7 Mio. Euro. Sie nehmen mittlerweileeinen durchschnittlichen Anteil von6 % der Personalkosten ein; in 2001 wares ein Anteil von nur 3,6 %.Zusätzliche Altersversorgung derMitarbeiterinnen und MitarbeiterEine zusätzliche Altersversorgung bestehtfür die Beschäftigten der Studentenwerke–– Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln beider Rheinischen Zusatzversorgungskasse (RZVK),–– Bielefeld, Bochum und Dortmund beiden Kommunalen VersorgungskassenWestfalen-Lippe (kvw),–– Essen-Duisburg, Münster, Paderborn,Siegen und Wuppertal bei der Versorgungsanstalt des Bundes und derLänder (VBL).Veränderungabsolutin %344.070 4,6 %AusbildungssituationDer Aufgabenvielfalt der Studentenwerkeentsprechend wurden 157 Auszubildende infolgenden Berufen frau/-mannFachfrau/-mann für er/-in (FachrichtungSystemintegration)Fachkraft für LagerlogistikFachkraft im GastgewerbeInformatikkauffrau/-mannFerner wird auch in den Kindertagesstätten ausgebildet. Hier absolvierenBeschäftigte das Anerkennungsjahr fürdie Ausbildung als Erzieher/-in bzw. ihrJahrespraktikum.Unfallversicherung derMitarbeiterinnen und MitarbeiterDie Studentenwerke NRW sind Mitgliederder Unfallkasse Nordrhein-Westfalen undsorgen damit für den Unfallversicherungsschutz ihrer Beschäftigten.Sie zahlten Beiträge12 in Höhe vonin 2011: 392.571 Euroin 2010: 387.704 Euro.12Bis 2004 stellte das Land die Studentenwerke von der Beitragszahlung frei.16Leistungsbericht Studentenwerke NRWHerr Andreas Bögner absolvierte dieAusbildung als Fachkraft für Lagerlogistikbeim Studentenwerk Bielefeld, bestand die

Prüfung mit „sehr gut“ und erhielt deshalbdie IHK-Ehrenurkunde. Das Studentenwerkbeschäftigt ihn nun im Zentrallager und inder Abteilung Wohnen weiter.Jahrin 2011in 2010Einen ähnlichen landesweiten Wettbewerborganisiert die Arbeitsgemeinschaft seiteiniger Zeit auch im AusbildungsberufFachfrau/-mann für Systemgastronomie imAKAFÖ Bochum.Zahl der Auszubildenden157175Die Ausbildung junger Menschen ist einegesamtgesellschaftliche Aufgabe, die hohePriorität hat. Alle Beteiligten stehen vor derHerausforderung, die Auszubildenden aufdie Arbeitswelt vorzubereiten und ihnenChancen zum Berufseinstieg zu eröffnen.Auszubildendekönnen restlosüberzeugen.Bezogen auf die Zahl der Beschäftigten inoben genannten Berufen von rund 2.200ergibt sich eine Auszubildendenquotevon über 7,8 %.Das AKAFÖ Bochum ist neben Münster,Köln und Bonn eines von vier NRW-Studentenwerken, die regelmäßig Systemgastronomen ausbilden.Seit mehr als 20 Jahren kochen die Köchinnen- und Koch-Azubis der Studentenwerke NRW nahezu regelmäßig einmaljährlich vor den Abschlussprüfungen in derMensaküche des Studentenwerks Siegenum die Wette.Beschäftigung von SchwerbehindertenDie Studentenwerke zeigen auch in diesemBereich ein großes soziales Engagement.Nach § 71 I des 9. Sozialgesetzbuches- Rehabilitation und Teilhabe behinderterMenschen (SGB IX) - soll der Anteil derSchwerbehinderten an der Gesamtzahl derBeschäftigten mindestens 5 % betragen. Inden Studentenwerken wird durchschnittlicheine Schwerbehindertenquote von 9,4 %erreicht.Jahrin 2011in 2010SchwerbehinderteQuote3443419,4 %9,1 %Die Sieger/-innen:Jan Weigand, 2. Platz (StudentenwerkSiegen), Bernhard-Ernst Materna, 1. Platzund Michelle Griffin, 3. Platz (StudentenwerkPaderborn); Maria Denker, ebenfalls 3. Platz(Studentenwerk Siegen)Leistungsbericht Studentenwerke NRW 17

HOCHSCHULGASTRONOMIEImmer gut besuchtund bei allen Gästenbeliebt sind dieAktionswochen inden Mensen: Italienische,asiatische, thailändische, bayrische,westfälische Woche Fit ins Semester Campus cooking Nudeln to go,statt Pommes undBratwurst Bio-Woche Gans to go zurWeihnachtszeit und vieles mehrZum Hochschulbetrieb gehören nicht nurHörsäle, Seminarräume und Forschungsinstitute. Unverzichtbar sind auch die Mensen,Cafeterien und Bistros der Studentenwerkemit einem reichhaltigen, abwechslungsreichen Angebot an Speisen und Getränkenzu fairen Preisen. Bei der Zubereitung derSpeisen werden qualitativ hochwertige Produkte verwendet und aktuelle ernährungsphysiologische Empfehlungen beachtet, sodass Studierende, Mitarbeiter/-innen derHochschulen und Studentenwerke und derenGäste beste Voraussetzungen haben, sichgesund zu ernähren.Rund 17,5 Mio. Mensaessen wurdenverkauft. Die genaue Zahl der verkauftenMensaessen kann nicht angeben werden,da an vielen Standorten nicht mehr festeMenüs vorgegeben werden. Stattdessenwählen die Studierenden die Hauptkomponente der Mahlzeit und kombinieren dieverschiedenen Beilagen ganz nach ihremeigenen Geschmack.Die Einrichtungen werden nicht nur wegenihrer räumlichen Nähe zur Hochschule sehrgeschätzt, sondern das Ambiente und dergute Service sind ebenfalls von Bedeutung.Für viele Studierende ist die Mensa/Cafeteria als sozialer Treffpunkt wichtig.HOT SPOT BISTRO in PaderbornWegen der außergewöhnlichen Steigerungender Studierendenzahlen in Paderborn wurdedas Sitzplatzangebot der Mensa auf demCampus deutlich ausgebaut. Das ehemaligeÀ-la-carte-Restaurant des StudentenwerksPaderborn wurde ähnlich einer Mensa ineinen free-flow-Betrieb umgewandelt.Lernen,K

(Standorte Kleve und Kamp-Lintfort) das Studentenwerk Düsseldorf – für die Hochschule Ruhr West (Standorte Mülheim und Bottrop) das Studentenwerk Essen-Duisburg5 In Bochum hat die neue Hochschule für Ge-sundheit ihren Lehrbetrieb nach einem Jahr Vorbereitung zum Winter