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48 Natürlich 10-2003n der Naturheilkunde und insbesondere in der Neuralmedizin wird zwischen dem Krankheitsherd und demAusdrucksorgan unterschieden. DerHerd ist eine lokale krankhafte Veränderung, z. B. eine Narbe, eine Entzündung,ein geschädigtes Körpergewebe, Fremdkörper-Einlagerungen, ein kranker oderwurzelgefüllter mark-toter Zahn bzw. derkrankhaft veränderte Kieferknochen usw.Er kann zum Störfeld mit Fernwirkungwerden, das heisst die Erkrankung einesentfernten Organs auslösen und sogarchronische Krankheiten verursachen.Herz, Nieren, Nervensystem und Gelenkesind durch Zahnherde und die damit einhergehenden, krankhaft verändertenKieferknochen besonders gefährdet. Diebekanntesten Folgen sind Muskel-, Ge-IText: Peter BilenBeim Herdgeschehen mit seinen Fernwirkungen kommt nach westlicherBetrachtungsweise dem vegetativenNervensystem die Mittlerrolle zu, nachZahnherdeund die Verbindungsleitungenlenk- oder Nervenrheumatismen, Herz-,Nieren- und Hautschädigungen, vielfachauch eine allgemeine Abgespanntheit,nachlassendes Sehvermögen und andereAugenstörungen.Genauso wie kranke Zähne Auswirkungen auf den gesamten Organismushaben, beeinflusst umgekehrt auch derGesamtorganismus die Zähne. So erklärtes sich, dass vollkommen gesunde Zähneschmerzen können.fernöstlicher spielen die Meridiane (Energiebahnen) die wesentliche Rolle. BeideAnschauungen liegen im Prinzip richtig,auch wenn die Begriffe nicht genaudasselbe meinen: Aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)sind die verschiedenen Bereiche desOrganismus durch ein Netzwerk vonKanälen verbunden, die auf chinesischals Jing Luo und auf Deutsch als Meridiane bezeichnet werden. Ihre Aufgabeist die Regulation und Steuerung desOrganismus über den Informationsweg(Nervensystem) und den Stoffwechsel(Blut- und Lymphsystem).Aufgrund der vielfältigen Verbindungen des Organismus durch die Meridianeprojizieren sich Störungen eines Organsgleichsam auf die Körperoberfläche (imund beachten die Zusammenhänge zwischen Zähnen und Organen.orientierte Zahnärzte schauen über den Gartenhag ihres eigenen Bereiches hinausDer menschliche Organismus ist ein dicht verflochtenes Regelsystem. Ganzheitlich– Organ um OrganZahn um Zahn

Foto: Pat ZattiBeim Herdgeschehen kommt den Kopfherden die grösste Bedeutung zu. Dennim Kopf befinden sich die meistenStörherde; werden diese nicht beseitigt,ist jede Behandlung eines organischenLeidens vergeblich. Hier liegen dennauch oft viele Ursachen für periodischwiederkehrende Beschwerden und nichtansprechende Therapien.Der Mund hat eine einzigartige Funktion als Treffpunkt von Aussen- undInnenwelt. Das Gebiss, also Zähne undKiefer, ist ein Teil des Mundes, und dieZähne sitzen auf Energiebahnen. DerZahn der Zeit hat die Gebisse offensichtlich sehr angenagt. Sie können wegen derheute verbreiteten Fehlernährung mitdenaturierter Industriekost leicht kariöswerden und dann fernab ihr Unheilanrichten. Retinierte Zähne, solche also,die es nicht geschafft haben, in derJugend ganz in die Mundhöhle durchzubrechen, vor allem die Weisheitszähne,sind ebenfalls häufig Anlass für Störungen und Krankheiten.Kopfherdesind besonders bedeutendentsprechenden Meridian), und umgekehrt kann man das Organ über denihm zugeordneten Meridian beeinflussen,wie das etwa in der Akupunktur undim Shiatsu getan wird. Unterbricht zumBeispiel der in einer Narbe angesiedelteHerd den Verlauf eines Akupunkturmeridians, ist das zu diesem Meridiangehörende Organ in seiner Funktiongestört.Die Vernetzungen innerhalb einesOrganismus sind im Prinzip uralte Erkenntnisse, denn schon im Altertum sindZusammenhänge etwa zwischen Zahnherden und Erkrankungen des Körpersbeschrieben worden. Auf Keilschrifttafeln fand man einen Briefwechsel zwischen dem Assyrerkönig Asarhaddon(etwa 700 v. u. Z.) und seinem ArztArhadnana. Der König klagte über seinerheumatischen Beschwerden: «Ich binverzehrt vom Fieber, das in meinenGliedern glüht.» Der Arzt erkannte dieUrsache sofort: «Der König, dessen Kopf,Hände und Füsse entzündet sind, verdankt diese Krankheit dem schlechtenZustand seiner Zähne. Die Zähne meinesHerrn müssen entfernt werden, durchsie ist sein Inneres entzündet.»Die schönen Zähne, die man allenthalbensieht, sind oft das Resultat eines kolossalen zahnärztlichen oder technischenAufwandes im chirurgischen, kieferorthopädischen und prothetischen Bereich. Man stelle sich das Aussehen derheutigen Menschen vor, wenn ihre Kiefermissbildungen und Zähne nicht korrigiert wären! Und wies da drinnen – etwaunter der Krone – aussieht, geht niemandwas an. Nur Günter Grass hat es in einemseiner grossen Romane («Örtlich betäubt») beschrieben: «Und bei mir bildete sich unten links ein Herd. Die Degudentbrücke wurde durchgesägt. Minussechs musste gezogen werden. Der Herdwurde ausgekratzt. Mein Zahnarzt zeigtemir ein an der Wurzelspitze hängendesSäckchen: eitrig-wässriges Gewebe.Nichts hält vor. Immer neue Schmerzen.»Noch im Mittelalter waren Krankheiten des Kauapparates wenig verbreitet –sie wuchsen parallel zur Industrialisierung und der damit einhergehendenVerbreitung von Teilnahrungsmitteln(Auszugsmehle, raffinierter Zucker, derals Hauptfeind der Zähne gilt, sodannintensive industrielle Verarbeitung derNahrungsmittel durch Erhitzung undKonservierung). Statt hier anzusetzenund die Selbstreinigung der Zähne durchtüchtiges Kauen von harter Nahrung wieÄpfeln, Rüebli, anderer Frischkost undaltem Brot zu unterstützen, kam es zueinem Kult des oft übertriebenen Zähneputzens mit oft genug planlos herumbewegten Nylonborsten und dergleichen:An vielen Schulen wurde das Fluorbürsten per Dekret verordnet, und in derNähe wurde ein Kiosk mit Schleckzeuggeduldet.Jede Nahrung, die für die Zähne gesund ist, ist auch für den Menschengesund. Die Zufuhr von Giften wie Fluoriden und ständige Zahnarztbesuche sindnicht das, was die Zähne von innen heraus gesund erhält und sie vor kariogenenSeitensprüngen mit Zahn- und anderenSchmerzen im Schlepptau verschont.Jeder einzelne Zahn kann zum Verhängnis für das entsprechende Organwerden, ebenso zur Eingangspforte fürKrankheitserreger. Allerdings sind esnicht Bakterien, die zu einem Herdführen, sondern vielmehr das tote Eiweiss, das nach einer Wurzelfüllung nochvorhanden sein oder sich bilden kann.Zurechtgestylter KauapparatNatürlich 10-2003 49Die Zähne, die visuell zugänglich sind,bieten viel Anschauungsunterricht. Werdie energetischen Beziehungen zwischenZahn- und Kiefergebiet einerseits unddem übrigen Organismus anderseitskennt oder auf einem entsprechendenSchema (siehe Abbildung auf Seite 50)nachschauen kann, erhält erste Anhaltspunkte. Die ausführlichste Aufzeichnungfindet sich im Werk «Tabellen über ener-Wie erkennt mandie Störherde?Früher wurzelbehandelte und damitabgetötete Zähne vereitern oft und senden Bakteriengifte ins Blut; Bakteriennützen die Abwehrschwäche des Gewebes aus. Bakterieneiweiss aber kannHerdbelastungen verstärken. Denn Herdbelastungen kommen immer durchzerfallene Eiweissstoffwechselprodukte(wie Merkaptan und Thioäther) zustande, und sie können auch allergischeReaktionen auslösen.Sondermüll in den Zähnen wie Amalgam kann chronische Vergiftungen verursachen – amalgamgefüllte Zähne führen zuden gefährlichsten Herdbelastungen undmüssen wegen ihres Quecksilbergehaltesals regelrechte Zeitbomben betrachtet werden. Das Quecksilber (Hg) lagert sich mitVorliebe am Nerven- und Gehirngewebeab; auch damit hantierende Zahnärzte haben dies an sich selber erfahren.Andere Metalle können ebenfalls zuStörfeldern werden. Ist neben Amalgamfüllungen auch noch Gold mit seinenzahlreichen Legierungsbestandteilen inden Mund eingelagert, entsteht in dieserSchatzkammer ein galvanischer Brückenschlag, der wie eine Antenne den Elektrosmog (elektromagnetische Strahlung)einfängt – und das alles unmittelbar direktunter der wichtigsten Steuerungsdrüsedes menschlichen Gehirns, der Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Das galvanische Geschehen wiederum sorgt für einebeschleunigte Mobilisierung des Quecksilbers und dereguliert das LebenssystemMensch insgesamt. Zudem schädigt dasAmalgam auch umliegende gesundeZähne, weil es Kalziumionen zum Auswandern veranlasst. Solchen lange heruntergespielten Gefahren, die das gesamteImmunsystem schädigen, ist erst injüngster Zeit gründlicher auf den Zahngefühlt worden.Naturheilkunde GESUNDHEIT

50 Natürlich 10-2003getische Wechselbeziehungen von Odontonen zu Organen und Gewebssystemen»von Reinhold Voll (Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft mbH., Uelzen D).Die Selbstbeobachtung hat durchausihren Stellenwert. Wer um die Einheit desSystems Mensch weiss, erhält dadurchwertvolle Erkenntnisse. Die Mundhöhlegibt viele Hinweise auf gesundheitlicheund psychische Probleme: Die Zähne, dasZahnfleisch – wenn es sich zurückzieht(Parodontose) oder leicht blutet, ist dasein Alarmsignal z. B. für Bakterienakti-Zahn 11: Stirnhöhle, Knie hinten, Kreuzsteissbein,Fuss, Niere links, Blase links, urogenitales Gebiet,Epiphyse Zahn 12: Stirnhöhle, Knie hinten, Kreuzsteissbein, Fuss, Niere links, Blase links, urogenitales Gebiet, Epiphyse Zahn 13: Auge, Knie hinten,Hüfte, Fuss, Leber links, Gallengänge links, Hypophysen-Hinterlappen Zahn 14: Siebbeinzellen,Schulter, Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosse Zehe,Lunge links, Dickdarm links, Hypophysen-Hinterlappen Zahn 15: Siebbeinzellen, Schulter, Ellbogen,Hand radial, Fuss, grosse Zehe, Lunge links, Dickdarm links, Thymus Zahn 16: Kieferhöhle, Kiefer,Knie vorn, Milz, Magen links, Schilddrüse, weibliche Brustdrüse links Zahn 17: Kieferhöhle, Kiefer,Knie vorn, Milz, Magen links, Nebenschilddrüse,weibliche Brustdrüse links Zahn 18: Innenohr,Schulter, Ellbogen, Hand ulnar, Fuss plantar, Zehen,Herz links, Leerdarm, Krummdarm links, Hypophysen-Vorderlappen, zentrales Nervensystem, Psyche Zahn 21: Stirnhöhle, Knie hinten, Kreuzsteissbein, Fuss, Niere rechts, Blase rechts, urogenitalesGebiet, Epiphyse Zahn 22: Stirnhöhle, Knie hinten,Kreuzsteissbein, Fuss, Niere rechts, Blase rechts,urogenitales Gebiet, Epiphyse Zahn 23: Auge, Kniehinten, Hüfte, Fuss, Leber rechts, Gallenblase,Hypophysen-Hinterlappen Zahn 24: Siebbeinzellen, Schulter, Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosseZehe, Lunge rechts, Dickdarm rechts, HypophysenHinterlappen Zahn 25: Siebbeinzellen, Schulter,Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosse Zehe, Lungerechts, Dickdarm rechts, Thymus Zahn 26: Kieferhöhle, Kiefer, Knie vorn, Bauchspeicheldrüse,Magen rechts, Schilddrüse, weibliche Brustdrüserechts Zahn 27: Kieferhöhle, Kiefer, Knie vorn,Bauchspeicheldrüse, Magen rechts, Nebenschilddrüse, weibliche Brustdrüse rechts Zahn 28:Innenohr, Schulter, Ellbogen, Hand ulnar, Fussplantar, Zehen, Herz rechts, Zwölffingerdarm,Hypophysen-Vorderlappen, zentrales Nervensystem, Psyche Zahn 31: Nebenniere, Blase rechts,urogenitales Gebiet, Niere rechts, Knie hinten,Was zusammengehörtGESUNDHEIT Naturheilkunde46154513 1222 2336372638bereich, Schwindel, Gesichtsneuralgien,Zungenbrennen, Metallgeschmack imMund, trockener Mund, Aphten (Mundausschlag), Nackenschmerzen, glanzloseHaare, Hautjucken, graue Gesichtshautund Erytheme (Hautrötungen), manchmalauch Magen-Darm-Störungen.Die Selbstbeobachtung ersetzt imErnstfall selbstverständlich eine exaktediagnostische Abklärung nicht; sie liefertaber Indizien. Vor allem die Elektroakupunktur, die von Reinhold Voll zwischen1945 und 1950 begründet worden ist, hat3524252728plantar, Zehen, Ohr Zahn 41: Nebenniere, Blaselinks, urogenitales Gebiet, Niere links, Knie hinten,Kreuzsteissbein, Fuss, Stirnhöhle Zahn 42: Nebenniere, Blase links, urogenitales Gebiet, Niere links,Knie hinten, Kreuzsteissbein, Fuss, StirnhöhleZahn 43: Keimdrüse, Gallengänge links, Leberlinks, Knie hinten, Hüfte, Fuss, Auge Zahn 44:Weibliche Brustdrüse links, Keimdrüse, Magenlinks, Milz, Knie vorn, Kiefer, Kieferhöhle Zahn 45:Weibliche Brustdrüse links, Lymphgefässe, Magenlinks, Milz, Knie vorn, Kiefer, Kieferhöhle Zahn 46:Venen, Dickdarm links, Lunge links, Schulter, Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosse Zehe, Siebbeinzellen Zahn 47: Arterien, Dickdarm links, Lungelinks, Schulter, Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosseZehe, Siebbeinzellen Zahn 48: Energiehaushalt,peripheres Nervensystem, Leerdarm, Krummdarmlinks, Herz links, Schulter, Ellbogen, Hand ulnar,Fuss plantar, Zehen, Ohr112142 41 31 32 3344 433414vitäten oder Kalziummangel –, die (belegte) Zunge, die Schleimhäute, Drüsenusf. Verdächtig sind Zähne, deren Beschwerden in Intervallen akut aufflackern. Auch gleichzeitige Zahn- undKörperschmerzen können auf Zahnherdeaufmerksam machen.Auf eine Amalgamunverträglichkeitkönnen folgende Beschwerden hindeuten:Nervosität, Zittern, Schlaf- und Appetitlosigkeit, Mattigkeit, herabgesetztesReaktionsvermögen und Schwächegefühlin den Extremitäten, Schmerzen im Kopf-4847161718Kreuzsteissbein, Fuss, Stirnhöhle Zahn 32: Nebenniere, Blase rechts, urogenitales Gebiet, Niererechts, Knie hinten, Kreuzsteissbein, Fuss, Stirnhöhle Zahn 33: Keimdrüse, Gallenblase, Leberrechts, Knie hinten, Hüfte, Fuss, Auge Zahn 34:Weibliche Brustdrüse rechts, Keimdrüse, Magenrechts, Magenausgang, Bauchspeicheldrüse, Knievorn, Kiefer, Kieferhöhle Zahn 35: Weibliche Brustdrüse rechts, Lymphgefässe, Magen rechts,Magenausgang, Bauchspeicheldrüse, Knie vorn,Kiefer, Kieferhöhle Zahn 36: Venen, Dickdarmrechts, Dünndarmbereich, Lunge rechts, Schulter,Ellbogen, Hand radial, Fuss, grosse Zehe, Siebbeinzellen Zahn 37: Arterien, Dickdarm rechts, Dünndarmbereich, Lunge rechts, Schulter, Ellbogen,Hand radial, Fuss, grosse Zehe, SiebbeinzellenZahn 38: Energiehaushalt, peripheres Nervensystem, Krummdarm rechts, Dünndarmbereich,Herz rechts, Schulter, Ellbogen, Hand ulnar, Fuss

sich der Krankheitserkennung angenommen und die Zahn-Organ-Beziehungenergründet, wobei allerdings die Ganzkörper-Beziehungen und jene zur Psychenicht erfasst werden können. Die aus derElektroakupunktur gewonnenen Einsichten können auch therapeutisch ausgenützt werden.DieElektroakupunktur-Diagnostiknach Voll basiert auf der Messung derelektrischen Potenziale der Organe, mitder jede Krankheit einhergeht, indemeine Entzündung diese Potenziale erhöhtIllustrationen: Sonja Burgerund eine Degeneration dieselben reduziert. Dafür stehen 280 verschiedeneMesspunkte für Organe bzw. Organteileund Gewebesysteme zur Verfügung. Beider Messung, die an Händen und Füssenbeginnt, hält der Patient eine Elektrode ineiner Hand, während der Behandler ander anderen Hand die Punkte mit eineranderen feinen Elektrode abtastet. Dabeifliesst ein nicht fühlbarer Strom, der vomzugehörigen Organ reflektiert wird. DieHöhe der gemessenen Werte gibt Auskunft darüber, ob sich das entsprechendeNatürlich 10-2003 51Organ in einem energetischen Gleichgewicht befindet oder ob dort degenerativeoder entzündliche Prozesse ablaufen.Anschliessend wird in der Regel einMedikamententest durchgeführt. Dazuwerden die zu testenden Präparate nacheinander in den Messkreis eingebracht.Werden mit einem Mittel die Messwerteverbessert, unterstützt es die Gesundungdes Patienten. Verändern sich die Messwerte nicht, so weiss der Therapeut, dassdas Medikament nicht helfen würde. Zieldieses Medikamententests ist es auch, dieZum Gebrauch der Übersicht:Die Zahnnummerierung erfolgt von derMitte aus, so dass sich 4 Gruppen ergeben: Der rechte Oberkiefer erhält dieLeitzahl 1 (also: 11, 12 usf.), der linkeOberkiefer die Leitzahl 2 (21, 22 usf.)Der linke Unterkiefer erhält die Leitzahl 3 (31, 32 usf.), der rechte Unterkiefer erhält die Leitzahl 4 (41, 42 usf.).Aus der Tabelle geht hervor, dass oftbenachbarte Zähne auf das gleicheOrgan Einfluss nehmen. (Siehe auchTabelle auf den Seiten 52/53.)Naturheilkunde GESUNDHEIT

ArterienVenen3626OhrHand ulnarFuss plantarZehenHerz rechts3424KieferKieferhöhleSiebbeinzellenKnie vornAugeHüfteFussStirnhöhleKreuzsteissbeinKnie hintenNiere 3222Links aus der Sicht uzsteissbeinKnie hintenNiere linksBlase linksurogenitales Gebiet4111Rechts aus der Sicht desAussenstehendenEpiphyseBlase linksurogenitales GebietBlase rechtsurogenitales GebietEpiphyseNiere linksFussKreuzsteissbeinKnie hintenStirnhöhleNiere rechtsBlase rechtsurogenitales Knie hintenStirnhöhleseinen vernetzten Regelvorgängen. Dortist zwar der einzelne «Schädling» sehrexakt bekannt, kaum aber seine Funktionim Gesamtgefüge des Naturgeschehens.Auch die Folgen der Bekämpfungsmassnahmen auf die komplexen ökologischen Netzwerke sind kaum Gegenstandder Forschung. Im Allgemeinen wirdkaum bedacht, dass Leben heisst, auf Reizezu reagieren. Sind die Reize falsch, nimmtdas Verhängnis seinen Lauf – von Ermüdungserscheinungen bis zu Schmerzenund zum Zusammenbruch, wenn sichder Stress vergrössert.Die Herdtherapie bedeutet eine zielbewusste Zusammenarbeit zwischeneinem allgemein medizinisch tätigenTherapeuten, der den Überblick wahrenmuss, und den umfassend denkendenFachleuten der verschiedenen Disziplinen, die z. B. chirurgische Eingriffe vor-Magen rechtsMagenausgangLymphgefässeWeibliche Brustdrüserechts3525ThymusDickdarm rechtsLunge rechtsHand radialFussGrosse ZeheSchulter – EllbogenSiebbeinzellenHand radialFussGrosse ZeheSchulter – EllbogenLunge rechtsIleumDickdarm rechtsrechtsGebiet im Bereich des DünndarmsperiphereNerven52 Natürlich 10-2003SINNESORGANEGELENKEORGANE*ENDOKRINE ibliche lddrüseMagen eldrüseHerz rechtsHypophysenVorderlappenKnie vornKieferSchulterEllbogenHand ulnarFuss E DRÜSENORGANE*GELENKESINNESORGANEAugeDie Frage ist berechtigt, weshalb denndem Herdgeschehen im schulmedizinischen Alltag so wenig Aufmerksamkeitzuteil wird. Zweifelsohne sind der Hangzum Spezialistentum (isolierte Betrachtung der einzelnen Organe statt ihre Einbindung ins System) und der mit derWissensfülle einhergehende Verlust anÜberblick daran beteiligt. Es ist ähnlichwie in der Landwirtschaft, ebenfalls einemhochkomplizierten Ganzheitssystem mitMangel an Beachtungzeitige Herdbeseitigung ist wichtig. Lautden Erkenntnissen von Voll gibt es wenigchronische Krankheiten ohne ein Herdgeschehen. Doch nützt alle Früherfassung nichts, wenn die Lebensführung,welche die entsprechenden Degenerationen ausgelöst hat, beibehalten wird.Beziehung zwischen Zähnen und übrigem Organismusim Bindegewebe eingelagerten Stoffe zuerkennen und auszuleiten. Ist das Bindegewebe entschlackt, kann das Immunsystem seine Aufgabe wieder besser erfüllen.Auch andere Diagnoseverfahren, vorallem bioenergetische Verfahren, könnenzum Ziel führen: Bioelektrische Funktions- und Regulationsdiagnostik, Elektrohauttest (ETH), Auriculomedizin,Biokybernetik, neuraltherapeutische Tests(Testinjektionen) usf. Zu jeder Störfeldabklärung gehört selbstredend auchdie Messung der galvanischen Strömezwischen den verschiedenen eingebautenMetalllegierungen.Weil die Herde den Energiehaushaltstören, d. h. den Energiefluss an denOrganen, mit denen sie in Verbindungstehen, können sie als Totengräber derGesundheit wirken. Eine möglichst früh-GESUNDHEIT Naturheilkunde

bbeinzellenKieferKieferhöhleSchulter – EllbogenLunge linksDickdarm linksVenen4616Weibliche BrustdrüselinksSchilddrüseMagen linksOhrHand ulnarFuss plantarZehenHerz HypophysenVorderlappenJejunumIleum linksHerz linksHand ulnarFuss plantarZehenSchulterEllbogenInnenohr* ORGANE: Die Aufteilung erfolgte nachden Blutspeicherorganen (in derchinesischen Medizin: Yin, jeweilsobere Zeile) und denHohlorganen (Yang,jeweils untere Zeile).urogenital: denHarn- undGeschlechtsapparatbetreffendUlna: Elle, der kleinere der al: strahlenförmigPlanta: FusssohleJejunum: Leerdarm,ein Teil des DünndarmsIleum: Krummdarm,unterer Teil desDünndarmsHypophyse: HirnanhangdrüseEpiphyse: Gelenkende eines RöhrenknochensErklärung derFachausdrücke:seiner Gesundheit gegenüber hat, undverhält sich entsprechend.Eine Herdtherapie ist besonders angezeigt, wenn eine allgemeine Erkrankungchronisch ist, sich also jeder Therapiewidersetzt. Dies trifft vor allem auf diefolgenden Krankheiten zu: alle Rheumatismus-Formen, funktionelle Beschwerden an Gelenken und Muskeln,neuralgieähnliche Beschwerden, Migräneund Kopfschmerzen sowie Ekzeme undHauterkrankungen. Bei den gravierendenchronischen Erkrankungen wie MultipleSklerose, Krebs, Zuckerkrankheit usw.ist eine Zahnsanierung meistens sinnvoll, um Therapieblockaden für den Heilungsprozess zu beseitigen; das ist ofterfolgreicher als sich durch einen Behandlungsmarathon durchzubeissen, beidem grundlegende Ursachen ausserAcht bleiben.Hand radialFussGrosse ZeheKnie vornMagen se444315ThymusWeibliche Brustdrüselinks1413HypophysenHinterlappenDickdarm linksGallengängelinksKnie vornHand radialFussGrosse ZeheMilzKieferSchulter – EllbogenLunge enehmen müssen und zu denen vor allemdie Zahnärzte gehören. Amalgamentfernungen müssen sorgfältig durchgeführtwerden, bei gleichzeitiger Aktivierungder Entgiftungsorgane. Quecksilber-Depots im Gehirn, in den Nieren und immenschlichen Grundsystem müssen mobilisiert und ausgeschwemmt werden,z. B. durch homöopathische Massnahmen. Angesichts der Vernetztheit derOrganfunktionen wird es verständlich,dass auch die Herdtherapie («Entherdung») nicht gegen gelegentliche Misserfolge gefeit ist. Der Idealfall wäre deshalb, die Menschen zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil anzuregen, wasin Bezug auf den Kauapparat vor allemeine vollwertige Nahrung bedeutenwürde, um Kiefer und Gebiss von innenheraus zu stärken. Ein vernünftigerMensch weiss, dass er auch Pflichten1Natürlich 10-2003 53Adresse: Schweizerische Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin, Postfach 590, 3000 Bern 7Tel. 031 311 97 57, E-Mail: [email protected]: www.sgzm.chEs empfiehlt sich, einen Zahnarzt, derdie Amalgamgefahren herunterspielt unddieses Gift sogar noch verwendet, fluchtartig zu verlassen. Das Augenmerk einesguten Zahnarztes darf nicht allein denZähnen, dem Kiefer und dem Mundraumgelten, sondern dem ganzen Menschenin seinem Umfeld. Er muss wissen, dassKrankheiten ihre Ursache oft nicht amOrt der Störung haben.Dieser umfassenden Betrachtungsweise haben sich allen voran die Mitglieder der 1992 gegründeten SchweizerischenGesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin(SGZM)1 verschrieben. Sie ist eine Fachgesellschaft der Schweizerischen ÄrztegesellschaftfürErfahrungsmedizin(SAGEM). Die SGZM strebt die Förderung der ganzheitlichen Zahnmedizindurch Aus- und Weiterbildung vonZahnärzten und Ärzten und durch Kontakte mit andern interessierten Organisationen im In- und Ausland an. Da werdensozusagen Behandlungen mit Biss angeboten, die an die Wurzeln gehen, abernicht unbedingt an die Zahnwurzeln. Zugang zu ganzheitlicharbeitenden ZahnärztenDie Therapie besteht vielfach in derEntfernung kranker und krankmachenderZähne. Dann haben die betreffendenOrgane eine (belastende) Beziehungweniger. Aber durch die Depolarisierung(Erlöschen der Gegenspannung) wirdder Energiefluss verändert, so dass gelegentlich mit einem einfachen neuraltherapeutischen Eingriff wie eine homöopathische Injektion unter die Mundschleimhaut dafür gesorgt werden muss, dassdie Energien wieder ungestört fliessenkönnen und sich das komplexe Regelwerkneu einpendeln kann.Naturheilkunde GESUNDHEIT

Zahn um Zahn Zahn um Zahn gan n. 0-2003 49 e T . so dass sich 4 Gruppen er- echte Oberkiefer erhält die e .) eit- echte Unter- .). t te Zähne auf das gleiche gan Einfluss nehmen. (Siehe auch ) ger T