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Inhaltrw-InfoDas Regionalwerk Bodensee Magazin3Regionalwerk ist „Top-Lokalversorger“4Persönlicher Draht statt Callcenter7Pedelecs – Regionalwerk fördert Kauf8Strom und Erdgas für Häuslebauer10Bergpracht-Milchwerk im PorträtAusgabe 2011/1RegionalwerkBodenseewehrt sichEnno Steffens im SWR-Interview:„Wir sind nicht mehr bereit, das Verhaltender EnBW als normales Marktgeschehenhinzunehmen. Unserer Auffassung nach gehtdas auf Kosten der Verbraucher. “Rekommunalisierung der Energieversorgung: Die etwas sperrige Formulierung dafür, dass Gemeinden und Städteihre Energieversorgung wieder in die eigene Hand nehmen, ist für die Bürger von Eriskirch, Kressbronn, Langenargen,Meckenbeuren, Neukirch, Oberteuringen und Tettnang längst mit Leben gefüllt. Rund 13 000 von ihnen haben sichseit Gründung des Regionalwerks Bodensee für „Energie vor Ort“ entschieden. Und das stört offenbar Goliath – sprichdie EnBW als vorheriger Konzessionär - immer noch. Ein Wettbewerb auf Kosten der Verbraucher ist die Folge.„Die EnBW verlangt in den Gebieten,in denen sie die Konzession hat, weithöhere Preise vom Verbraucher alsin den Regionen, in denen sie keineKonzession besitzt. Hier wiederumgeht sie seit Dezember 2010 mit einemBilligtarif an den Markt, der wohl dieAbwanderung von Kunden zum Wettbewerber verhindern soll“, stellt EnnoSteffens Geschäftsführer des Regional-werks Bodensee, fest. Zusammen mitder Tatsache, dass das RegionalwerkBodensee jahrelang um die Herausgabe der Stromnetze gegen die EnBWkämpfen musste, sieht Steffens diepolitisch gewollte Rekommunalisierungad absurdum geführt.Kurz nach Bekanntgabe der neuenEEG-Umlage im Spätherbst 2010 undden damit verbundenen Preisanpassungendurch fast alle Anbieter, die ein Sonderkündigungsrecht nach sich zogen, ist dieEnBW mit einem regional und gemeindescharf begrenzten Tarif an den Marktgegangen. Dieser Tarif* (EnBW IdealPrivat)liegt um 185 Euro unter dem Grundversorgertarif EnBW Komfort und nochum 135 Euro günstiger als das zuvorFortsetzung auf Seite 2Liebe Leserin, lieber Leser,durch die Katastrophe, die Japan getroffen hat, steht auch Deutschland vor den größten energiepolitischen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte. Eins ist dabei aber sicher: Die Zukunftgehört den erneuerbaren Energien. Das bedeutet: Ausbau der Netze. Ich bin, wie Matthias Kurth,Präsident der Bundesnetzagentur, der Meinung, dass Grundsatzdebatten auf lokaler Ebene den Prozessnur aufhalten. Mit unserer Mannschaft jedenfalls sind wir bestens auf einen Ausbau vorbereitet.Daran aber, wie wir– jeder einzelne Mensch, jede Firmenleitung – mit den Ressourcen der Erdeumgehen, zeigt sich unserer Verantwortungsgefühl für nachfolgende Generationen.Enno SteffensGeschäftsführerUnsere Energie vor Ort

2ipreisgünstigere Produkt der EnBW, der EnBW AktivPrivat.„Dieser neue Tarif wurde und wird nach unseren Recherchengezielt nur an solchen Orten angeboten, wo andere Energieversorger als die EnBW erfolgreich in den Wettbewerb umKonzessionen eingestiegen sind“, berichtet Steffens. Nebendem Regionalwerk Bodensee sind dies zum Beispiel dieStadtwerke Tübingen, Sigmaringen, Ulm und Friedrichshafen.David gegen Goliath – Kleine Geschichte eines KampfesDas heißt: Millionen von Altkunden der EnBW zahlen inStädten und Gemeinden, die ihre Konzession erneut an dieEnBW vergeben haben, erhöhte Strompreise. Betriebswirtschaftlich bedeutet dies: Sie subventionieren damit unteranderem Billigtarife in Wettbewerbsgebieten. Wird aber der„Locktarif“ von informierten EnBW Kunden auf Anfrageverlangt, zahlen die Kunden nicht etwa den günstigstenPreis, sondern über 12 Prozent mehr.November 2007EnBW warnt in der Presse vor Risiken eines Regionalwerks.„Die Vertriebsstrategie der EnBW beruht darauf, dass nichtalle Kunden für das gleiche Produkt das gleiche Geld zahlen“,so Vertriebsleiter beim Regionalwerk Geert Jan Schepel. Mitdiesem Tarif konnte die EnBW vermutlich Kundenwechselim Rahmen des Sonderkündigungsrechts in den Regionenmit Konzessionswechseln wirksam verhindern. Aus Sichtdes Regionalwerks Bodensee ist das EnBW-Verhalten unfairgegenüber EnBW-Kunden in Regionen, in denen der Energieriese Konzessionär ist. Darüber hinaus werden kleinereWettbewerber durch dieses Marktverhalten in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bedroht.* Stand 1.1.2011 bei einem Jahresverbrauch von 3900 kWh. Das entspricht einemDurchschnittsverbrauch einer 4-köpfigen Familie.Bereits in der Gründungsphase des Regionalwerks Bodensee,nachdem die EnBW als möglicher Gesellschafter ausgeschieden war,behinderte die EnBW das Rekommunalisierungsprojekt. Bis heutedauern die Streitigkeiten an.28. Juli 2008Gründung des Regionalwerks BodenseeOktober 2008EnBW stellt Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung.Vorwurf: „Unlauterer Wettbewerb“. Das Regionalwerk Bodenseebekommt Recht: Es darf weiterhin in den Rathäusern derGründungsgemeinden regelmäßige Beratungstermine abhalten.16. Dezember 2008Gründungsgemeinden unterzeichnen Konzessionsverträge mitdem Regionalwerk Bodensee.1. Januar 2009Regionalwerk Bodensee beginnt mit Stromlieferung.2. März 2009Moderationsgespräch vor der Bundesnetzagentur (BNetzA)Thema: Ineffizientes Verhalten/Diskriminierung durch EnBW. Die Auffassung des Regionalwerks Bodensee wird durch BNetzA bestätigt.Mai 2009Regionalwerk Bodensee und EnBW einigen sich nach langenVerhandlungen. Es findet ein Moderationsgespräch vor derBNetzA über Kaufpreis und Erlösübertragung statt.29. Mai 2009Kaufverträge über den Übergang der Stromnetze von der EnBWauf das Regionalwerk Bodensee werden unterschrieben.Auch die Redaktion der ZDF-Sendung „Frontal21“ interessierte sichfür Aspekte der Rekommunalisierung und ließ sich ein Umspannwerkin Eriskirch-Moos zeigen.Impressumrw-Info – Das Regionalwerk Bodensee MagazinHerausgeber: Regionalwerk Bodensee GmbH & Co. KGIdee, Texte und Realisierung: Stiftung Liebenau KommunikationFotos: Bischoff (S. 1), Droste-Gräff (S. 2, 3), Klaus (S. 4, 5),Riedl (S. 6), Guip (S. 6), Kästle (S. 7, 9, 11), Stihl024-Fotolia und kallejipp-Photocase (S. 8),Bergpracht-Milchwerk (S. 10), spacejunkie-Photocase (S. 11), www.conrad.de (S. 11)Druck: Druckhaus Müller, Langenargen; Auflage 26 000www.rw-bodensee.de1. Juli 2009Regionalwerk Bodensee übernimmt sechs Monate später als geplantdie Stromnetze der EnBW. Durch die verspätete Übergabe der Stromnetze entgingen dem Regionalwerk für das Geschäftsjahr 2009 rund3 Mio. Euro an Umsatzerlösen für die Netznutzung. Bis heute ist dieNetzübergabe nicht abgeschlossen.2011Immer noch weigert sich die EnBW, drei so genannte „multifunktionaleLeitungen“ aus ihrem Besitz herauszugeben. Für das RegionalwerkBodensee hängt von der Übernahme dieser Leitungen eine effizienteBewirtschaftung seines Netzes ab. Die EnBW handelt hier gegenden Willen von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur, der erstEnde 2010 in einem Leitfaden veröffentlicht wurde. Darin wurdefestgelegt, dass solche Leitungen überlassen werden müssen.

3Im KlartextBaden-Württemberg brauchtmündige EnergienutzerAufgrund der Katastrophe in Japan gehörtauch hierzulande die Energiepolitik zuden aktuellsten Themen. Atomkraft ist„out“, die Menschen haben Angst, Risikoberechnungen sind ihr Papier nicht wertund blinde Fortschrittsgläubigkeit wurdedurch die Realität brutal entzaubert.Die Politik hat derweil jede Orientierungverloren, von einem Masterplan gibt eskeine Spur. Jahrzehntelang verteidigteParteidoktrinen haben Halbwertszeitenvon wenigen Tagen, Wahlen gehen verloren und Wendehälse unter, energiepolitische Saulusse bekehren sich massenweise zu grünen Paulussen. Alle wollennur noch raus aus der Kernkraft.Aber bis nun das ganze Land mit Windkraft-, Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen gepflastert ist, die neuen Energietrassen gebaut und das Netz weiterentwickeltist, wird noch einiges Wasser die Schussenheruntergeflossen sein. Sicher ist jedenfalls,die EnBW, unangefochtener Marktführer,AKW-Betreiber und Atomstromprofiteur imSüdwesten, bekommt Probleme.Aber die EnBW macht auch Probleme.Nicht nur dem Regionalwerk Bodensee. Siebekämpft kleine Wettbewerber anstatt zukooperieren, sie muss zur Herausgabe derNetze an die Nachkonzessionäre gezwungen werden, sie zockt ihre eigenen Kundenab, anstatt ihnen flächendeckend fairePreise zu bieten, sie behindert als Landes-unternehmen die Liberalisierung desEnergiemarktes. Und antwortet, unlängst vom SWR-Fernsehen daraufangesprochen, das sei doch der gewünschte Wettbewerb.Nun haben aber die Energienutzer unddie Kommunen das letzte Wort. Wersehr hohe Atomstromanteile will, wähltEnBW. Wer überzogene Energiepreisefür seine Bürger will, wählt EnBW. WerMarkt- und Machtkonzentration will,wählt EnBW. Für alle anderen gibt’ssinnvollere und nachhaltigere Alternativen. Hier vor Ort das RegionalwerkBodensee. 13 000 Kunden haben dasbereits verstanden.Regionalwerk Bodensee ist „Top-Lokalversorger“Das Regionalwerk Bodensee ist vom Energieverbraucherportal als „Top-Lokalversorger 2011“ ausgezeichnet worden.Dieses Gütesiegel wird an besonders verbraucherfreundliche Anbieter von Strom und Erdgas verliehen. Bewertetwurden neben den Tarifen auch das Engagement des Energieunternehmens für die Umwelt und die Region sowie dieServicequalität.Bestätigung für die Arbeit des RegionalwerksBodensee: Geschäftsführer Enno Steffens (links)und Vertriebsleiter Geert Jan Schepel freuensich über die Auszeichnung als „Top-Lokalversorger“.„Die Auszeichnung bestätigt uns darin,dass wir auf dem richtigen Weg sindund die besten Voraussetzungen haben,Grundversorger und damit Marktführerin der Region zu werden.“Auch in diesem Jahr hatte das Energie-verbraucherportal (www.energieverbraucherportal.de) – eine unabhängigeInternetplattform für Strom- undErdgaskunden – mehrere hundertEnergieversorger nach verschiedenenKriterien unter die Lupe genommen undherausragende Anbieter ausgezeichnet.Um das begehrte Siegel zu erhalten,mussten sich die Bewerber im direktenVergleich mit lokal konkurrierendenAngeboten behaupten. Neben dem Preisspielten bei dem Bewertungsverfahrenauch Kriterien wie die Servicequalitäteine wichtige Rolle. Können sich zumBeispiel Interessenten – wie auf www.rw-bodensee.de der Fall – bequem überdas Internet über Produkte, Dienstleistungen und Ansprechpartner informierenoder Verträge abschließen? Gibt es einenOnline-Tarifrechner?Gefragt wurde auch nach Punkten wieUmweltbewusstsein, Transparenz oderLokalbezug – alles Aspekte, die sichdas Regionalwerk Bodensee seit seinerGründung im Jahre 2008 als regionalorientierter, verbraucherfreundlicherund preisgünstiger Energieversorger aufdie Fahnen geschrieben hat. Und mitdem fest in den Unternehmenszielenverankerten Umweltschutzgedankenund den Ökostrom- und Biogasangeboten konnte das Regionalwerk auch beidiesen Kriterien für einen „Top-Lokalversorger“ punkten.

Persönlicher Draht statt CallcenterOb online, per Telefon oder im persönlichen Gespräch: Die Wege zu den Vertriebsmitarbeitern des Regionalwerkssind kurz. Ein paar Klicks im Internet, ein Griff zum Telefon, ein Besuch im Unternehmenssitz in Tettnang oder einGang zu einem der zahlreichen Bürgerbüros in den Gemeinden: Statt einem anonymen Callcenter setzt man beimEnergieversorger vom Bodensee auf den persönlichen Kontakt.Sei es in Sachen Abrechnung oder Netzanschlüsse, Beratung zu Tarifen undPreisen, Infos über Ökoangebote, Ummeldung bei Wohnungswechsel oderEnergiespartipps vom Experten: In ihremVertriebsbüro im Tettnanger Gewerbegebiet Schäferhof kümmern sich dieVertriebsmitarbeiter des Regionalwerksum sämtliche Anliegen von Verbrauchernund potenziellen Neukunden. „Wir sindhier die erste Anlaufstelle“, sagt IvanGali ć, der zusammen mit seinen sechsKollegen den Menschen Rede undAntwort steht. Und das – wie der28-Jährige sagt – zu „kundenfreundlichen Öffnungszeiten“. Besetzt istdas Büro von Montag bis Donnerstagzwischen 8 und 18 Uhr sowie Freitagvon 8 bis 13 Uhr. „Der Kunde kannjederzeit vorbeikommen, es gibteigentlich keine Wartezeiten“, erklärtGali ć. Auch bei der elektronischen Postgeht es fix. Immer mehr vor allem jungeLeute, so berichtet Gali ć, nehmenmittlerweile die Möglichkeit in Anspruch,ihre Verträge online abzuschließen.„Aber ohne persönlichen Kontakt gehtauch im Internetzeitalter nicht alles“,betont Vertriebsleiter Geert Jan Schepel:„Es ist wichtig, dass wir vor Ort sind.“So bietet das Regionalwerk nebender Vertriebszentrale in Tettnang auchregelmäßige Beratungstermine in densechs anderen am Energieversorgerbeteiligten Gemeinden an. In denRathäusern von Eriskirch, Kressbronn,Langenargen, Meckenbeuren, Neukirchund Oberteuringen beantworten dieRegionalwerk-Mitarbeiter Hans-PeterStaudenmayer und Werner Knisel alleFragen rund um die verschiedenenStrom- und Erdgastarife. „Die Leutebringen ihre letzte Jahresrechnung mit,und wir erstellen direkt ein Vergleichsangebot“, erklärt Knisel.Als Regionalwerker der ersten Stundekönnen sich die beiden pensioniertenSparkassen-Mitarbeiter noch gut andie Anfänge des 2008 gegründetenEnergieversorgers erinnern. Ein Wechseldes Stromanbieters? Für viele Verbraucher seinerzeit ein ganz neues Thema.Und so war viel Aufklärungsarbeitgefragt. Mit ihrer Kenntnis von Landund Leuten und ihren guten Kontaktenwaren Staudenmayer und Knisel dagenau die richtigen Männer. „Ich warvon Beginn an von der Philosophiedes Regionalwerks überzeugt“, sagtHans-Peter Staudenmayer. Für die erstenKunden seien zum einen natürlich diegünstigen Tarife attraktiv gewesen.„Das Wichtigste bei den Schwabenist der Preis“, lacht Staudenmayer. Aberauch der regionale Bezug sei schonimmer ein wichtiges Verkaufsargumentgewesen, erklärt der 65-Jährige.Geholfen habe dabei auch die Verankerung in den Gemeinden samt Unterstützung der Bürgermeister. „Die Menschenkannten die Köpfe. Und das hatgezogen. Denn wenn solche Leute hinterdem Ganzen stehen, ist das glaubhaft“.Glaubhaft – das trifft ebenso auf die

5Vertriebsmitarbeiter zu, wie WernerKnisel berichtet. Ob er eigentlich selbstauch Regionalwerk-Kunde ist? „Ja klar,und das ganze Haus auch“, bekräftigtKnisel. Man merkt: Die Identifikation mitdem Energieversorger vom Bodenseeist hoch.„Das Regionalwerk ist den Leuten mittlerweile ein Begriff“, bestätigt Vertriebsmitarbeiterin Renate Heurich. Viel laufe überMund-zu-Mund-Propaganda. Oft seienes Hausbesitzer, die neuen Mietern beimEinzug das Regionalwerk empfehlen.Dennoch vergewissern sich Interessentengelegentlich auch heute noch, ob dasRegionalwerk nicht etwa zu einem dergroßen Energiekonzerne gehöre – umdann von Renate Heurich versichertzu bekommen: „Nein, wir sind eigenständig!“Die gelernte Bürokauffrau und zweifacheMutter ist ein neues Gesicht im Tettnan-ger Vertriebsteam. Nach einer familienbedingten Auszeit ist sie im vergangenenNovember beim Regionalwerk wieder insBerufsleben eingestiegen. Ihre Erfahrungen am Puls des Vertriebs? „Gerade diepersönliche Ansprache ist vielen wichtig,vor allem denen, die bereits schlechteErfahrungen mit Telefonhotlinesgemacht oder sich im Tarifdschungeldiverser Anbieter verirrt haben“, weißHeurich. Immer noch ein Thema seienUnsicherheiten beim Anbieterwechsel:Wie funktioniert das mit der Kündigung,was muss man machen? Heurich: „Vielesind da überhaupt nicht informiert.“Dabei ist der Wechsel ganz unkompliziert: „Die Kunden brauchen nichtszu machen, wir erledigen alles für sie“,ergänzt Heurichs Kollege Knisel.Neben Infos rund um das Regionalwerksind die Vertriebsmitarbeiter aber auchimmer mehr als Ratgeber in SachenEnergiesparen gefragt. Sie geben Tipps,Die Vertriebsmannschaft des Regionalwerks Bodensee: (v. l.) Vertriebsleiter Geert Jan Schepel(sitzend), Torben Fries, Hans-Peter Staudenmayer, Renate Heurich, Ivan Galić und Werner Knisel.händigen Broschüren aus oder verweisenan die Energieagentur, mit der dasRegionalwerk Bodensee kooperiert.Oder sie helfen, Gründe für einenplötzlichen Anstieg des Verbrauchs zuermitteln. Ivan Gali ć: „Kunden könnenbei uns Messgeräte ausleihen, um denVerbrauch einzelner Geräte zu testenund somit Stromfressern auf die Spur zukommen.“ Manchmal sei es ein einfacherDefekt am Gerät, der den Verbrauchin die Höhe treibe. „Oder eben der neuePlasmafernseher“, berichtet Gali ć vonden Erfahrungen der Kunden.Doch nicht nur im Kundenkontakt, auchinnerhalb des Regionalwerks pflegt maneine familiäre Atmosphäre. Ein Punkt,den auch Torben Fries lobend hervorhebt. Der Hamburger – früher für großeEnergiekonzerne tätig gewesen – istneben Renate Heurich zweiter Neuzugang im Regionalwerk-Vertriebsteamund schätzt die kurzen Entscheidungswege im Unternehmen. Fries kümmertsich ausschließlich um die Betreuungvon Großkunden, zu denen etwa derBergsportausrüster Vaude zählt. Probleme mit der süddeutschen Mentalitäthat das Nordlicht nicht. „Bei Strom undErdgas entscheidet zu 99 Prozent derPreis“, spricht Fries aus Erfahrung.Dennoch spiele auch bei Firmenkundender regionale Aspekt eine Rolle. „Wirhaben einen guten Ruf in der Bevölkerung“, weiß Fries. „Und wenn es beimPreis ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit derKonkurrenz gibt, spielen solche Dingedann durchaus eine Rolle.“ Dem pflichtetVertriebsleiter Schepel bei: „Aus vielenGesprächen und Umfragen wissen wir:Dass die Wertschöpfung vor Ort bleibtund die Gemeinden die Energieversorgung selbst in die Hand nehmen, wirdvon den Bürgern der Region wirklichhonoriert.“Verträge online abschließenSie wollen Ihren Strom- und Erdgasvertrag beim RegionalwerkBodensee bequem am PC von zuhause aus abschließen?Kein Problem: Unter www.rw-bodensee.de ist das ganz unkompliziert und sicher möglich. Bereits rund 20 Prozent der Vertragsabschlüsse werden mittlerweile über das Internet getätigt. Vertriebsleiter Geert Jan Schepel sieht dieses Angebot als Ergänzung zuden bekannten Vertriebswegen, vor Ort am Firmensitz in Tettnangoder in den Rathäusern: „Für die Kunden, die gewohnt sind, ihreAngelegenheiten übers Internet abzuwickeln, ist dieser Weg schnellund bequem“, meint Schepel. „Darüber hinaus können Kunden, diegeografisch weiter entfernt wohnen, so auch ganz einfach einenVertrag abschließen.“

6Erdgaskonzession für Kressbronn in trockenen TüchernZum 1.1.2013 wird das Regionalwerk Bodensee die Erdgasleitungen in Kressbronn übernehmen. Das besiegeltenKressbronns Bürgermeister Edwin Weiß und Geschäftsführer des Regionalwerks Bodensee Enno Steffens Ende desvergangenen Jahres mit ihren Unterschriften.Da der Konzessionsvertrag der Gemeinde Kressbronn mit derThüga 2012 auslaufen wird, konnte sich die Gemeinde nacheinem neuen Partner umsehen. Die Ausschreibung erfolgtevorschriftsmäßig bundesweit. Lediglich das Regionalwerkmachte ein Angebot. „Als Gesellschafter des Regionalwerksist diese Lösung natürlich naheliegend“ sagte Weiß. Der nununterschriebene Konzessionsvertrag mit dem RegionalwerkBodensee läuft über 20 Jahre. „Wir werden nun zeitnah mitder Thüga über die Konditionen der Übernahme des Erdgasnetzes verhandeln“, sagt Steffens. Dazu wird auch der Zustandder Leitungen durch das Regionalwerk beurteilt werden.Der Verbraucher wird von dem Besitzerwechsel nichts spüren,auch wenn er sein Erdgas nicht vom Regionalwerk bezieht.Weiß, Steffens und Kämmerer Matthias Käppeler hoffen,dass nun mehr Verbraucher sich für Erdgas vom Regionalwerkentscheiden. Die Gemeinde profitiert doppelt: durch dieKonzessionsabgabe des Regionalwerks Bodensee, die Kressbronn zugute kommt und durch ihren Anteil an den Erträgendes Regionalwerks Bodensee, die Kressbronn als Gesellschafterin zufließen. Die Konzessionsabgabe liegt momentanzwischen 15.000 und 20.000 Euro. Kressbronn ist nachTettnang, Oberteuringen und Meckenbeuren die vierte derGründungsgemeinden des Regionalwerks Bodensee, die nachder Strom- nun auch ihre Gaskonzession an das RegionalwerkBodensee vergeben hat.iBeschlossene Sache: Ab 2013 wird das Regionalwerk Bodensee dasErdgasnetz in Kressbronn übernehmen.Wechsel zum Regionalwerk Bodensee schon heute möglich.Kundentelefon 0800 1122008Vier Stadtwerke gründen „Kommunalplattform Bodensee“Die Vorteile von regionaler Daseinsvorsorge wollen die vier Energieversorger im Bodenseekreis – die HagnauerGemeindewerke (HGW), das Regionalwerk Bodensee (RWB), die Stadtwerke Überlingen (SWÜ) und die TechnischenWerke Friedrichshafen (TWF) – mit der Gründung einer so genannten „Kommunalplattform Bodensee“ gemeinsamkommunizieren. Mit einem Kooperationsvertrag haben die vier Partner Ende 2010 ihre Absicht besiegelt.Haben den Kooperationsvertrag „Kommunalplattform Bodensee“ unterzeichnet: (v. l.): HagnausBürgermeister Simon Blümcke, Alfred Müllner, Geschäftsführer TWF; Karl-Heinz Beck, Bürgermeister von Oberteuringen; Klaus Eder, Geschäftsführer Stadtwerke Überlingen und Enno Steffens,Geschäftsführer Regionalwerk Bodensee.Vorträge, Diskussionsrunden oderExkursionen sind in Planung, um diekommunalen Energieversorgungsunternehmen im Bodenseekreis als verantwortungsvolle Infrastruktur-Dienstleisterin der Öffentlichkeit zu positionieren.Jedes Stadt- oder Regionalwerk fürsich leistet einen verantwortungsvollenBeitrag für die Infrastruktur der Energiewirtschaft, sei es in der Energie- undWasserversorgung oder in den Bereichen Verkehr und Telekommunikation.Die „Kommunalplattform Bodensee“wird durch einen Beirat aus denBürgermeistern von Hagnau, Oberteuringen, Überlingen und Friedrichshafenbegleitet. „Darüber freuen wir uns, dasie in ihrer Position wichtige Botschafterdes kommunalen Nutzens sind“,erklärt Enno Steffens, Geschäftsführerdes Regionalwerks Bodensee.

,- elle fe50 anzi b-Hilfin chusAnRegionalwerk fördert Kauf von PedelecsSchneller und mit weniger Kraft ans Ziel kommen: Pedelecs (Pedal Electric Cycle) machen es möglich. DasRegionalwerk Bodensee unterstützt diese umweltfreundliche Art der Fortbewegung. Die ersten 70 Kunden, die sichein Pedelec bei einem der rwB-Partnerhändler anschaffen wollen, erhalten eine finanzielle Anschub-Hilfe.„Wir möchten mit der Unterstützungunserer Kunden einen Beitrag zumUmweltschutz leisten. Denn uns alsregionalem Unternehmen liegt sehr amErhalt unserer Umwelt. Und damit fangenwir gleich vor der eigenen Haustür an“,begründet Geschäftsführer Enno Steffensdas Engagement fürs Pedelec. Konkreterhalten Kunden des RegionalwerksBodensee beim Kauf eines Pedelecs50 Euro Zuschuss. Dazu arbeitet dasRegionalwerk Bodensee mit sechsPartnerhändlern aus der Region zusammen. Um die 50 Euro zu erhalten, legendie Kunden den Kaufvertrag über dasPedelec zusammen mit dem Förderantrag beim Regionalwerk vor. DenFörderantrag gibt es direkt bei denPartnerhändlern. Das RegionalwerkBodensee überweist dann die 50 Euro.Mehr Infos und Adressen der Partnerhändlern unter www.rw-bodensee.de/pedelecOb auf dem Weg zur Arbeit oder bei Radtouren: Mit Pedelecs ist man schnell am Ziel und schwitztkaum. Ein kleiner Elektromotor unterstützt beim Treten.iWarum Pedelec? umweltfreundlichgünstigflexibeleinfachfit bleiben und entspannen zugleichOb mit Pedelec oder mit demklassischen Fahrrad:Die Region Bodensee-Oberschwabenbietet auf Teilstrecken der großenRadwanderwege viele reizvolleStrecken, die sich lohnen. Auf geht’s!Die Saison hat gerade erst begonnen.Tour 1 (38km)Teilstrecke auf dem Radwanderweg Donau-BodenseeFriedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Neukirch – Schomburg – WangenTour 2 (55km)Teilstrecke auf dem Jubiläumsweg BodenseekreisKressbronn – Neukirch – Meckenbeuren – MarkdorfTour 3 (33km)Teilstrecke auf dem Bodensee RadwanderwegFriedrichshafen – Eriskirch – Langenargen – Kressbronn – Nonnenhorn – Wasserburg – Lindau – BregenzTourentipps

Damit die Energie fließtDie Zähler der Verbraucher im Netzgebiet des Regionalwerks Bodensee stünden still, wenn nicht die Mitarbeiter undMitarbeiterinnen des technischen Vertriebs am Werk wären. Sie kümmern sich um Hausanschlüsse, prüfen die Kapazitätder Leitungen, unterstützen Tiefbauunternehmen mit Planauskünften und erfassen über die Zähler schließlich denVerbrauch an Strom und Erdgas.Hausanschlüsse zu legen gehört nebenBaustrom zu den Hauptaufgaben desTechnischen Vertriebs. Fünf bis sechsAnschlüsse werden pro Tag gelegt. „Oftsind die Aufträge sehr kurzfristig, dadringend Strom benötigt wird. Vor allemwenn bei Neubauten keine erfahreneBauleitung existiert“, schildert KlausSchmidberger. Dann tauchen meist vieleFragen auf. Auch sei bei Neubaugebietenden Bauherren häufig nicht ganz klar,was der Begriff „erschlossen“ bedeute.Seine Kollegen Wolfgang Knödler undThomas Harwardt nicken wissend. Esbedeutet nämlich in der Regel, dass fürdie grobe Infrastruktur gesorgt ist.„Erschlossen“ nämlich heißt „in unmittelbarer Nähe“, aber nicht „angeschlossen“.Um einen Hausanschluss zu kalkulierenund dann auch zu legen, brauchenSchmidberger, Knödler und Harwardteinen Lageplan sowie einen Grundriss-Fotowettbewerbfür Vereine bis16. Mai verlängertMit Spaß und Energie die Vereinskasseaufbessern: Das können Vereine ausden Gründungsgemeinden Eriskirch,Kressbronn, Langenargen, Meckenbeuren, Neukirch, Oberteuringen und

9iplan. Und natürlich muss der richtigeAnschlusspunkt benannt sein. Die Stellealso, wo Strom oder Erdgas oder auchbeides das Haus „betreten“ sollen.Auch müssen Bauherren schon mit demAuftrag angeben, ob sie genehmigungspflichtige Geräte wie Durchlauferhitzeroder Wärmepumpen nutzen werden.Dann gibt es ein Angebot an den Kunden.„Ein Stromanschluss kostet etwa 1.200bis 1.300 Euro, ein Erdgasanschlusszwischen 1.600 und 1.800 Euro, wenner in Kombination mit einem Stromanschluss erfolgt, ansonsten muss mannoch rund 500 Euro dazu rechnen“,erläutert Schmidberger.Ist der Auftrag erteilt, braucht sichder Kunde um keine Details mehr zukümmern: Dann sind Schmidbergerund seine Kollegen dran. Sie koordinieren alle Termine mit den beteiligtenFirmen. Müssen auch noch Wasserleitungen gelegt werden, stimmen sichdie Versorgungsträger ab.Nach spätestens sechs Wochen sinddie Anschlüsse im Haus. Nun könnenAnlagen wie zum Beispiel Wärmepumpeneingebaut werden. Dann montieren dieTechniker des Regionalwerks den oderdie Zähler, und ein Installateur gibtgrünes Licht für die Inbetriebnahme.Strom und Erdgas können nun fließen.Ihre Ansprechpartner im Überblick„Wenn die Häuslebauer vom Regionalwerk aus einer Hand versorgt werdenwollen, müssen sie sich schnellstenseinen passenden Tarif bei uns suchen.Sonst werden sie automatisch Kundenbei der EnBW“, schildert der Leiter destechnischen Vertriebes Dieter Sautterdas Prozedere.Hausanschlüsse,Strom und Erdgas,PlanauskunftKlaus SchmidbergerTel.: 07542 ngDieter Sautter(Leiter Technik)Tel.: 07542 [email protected], Freileitungsisolierungenund -umbautenThomas HarwardtTel.: 07542 [email protected] nach dem Hausanschluss ist dasRegionalwerk Bodensee nicht aus derPflicht: „Wir kommen jedes Jahr zurZählerablesung und tauschen die Zählerauch aus“, so Sautter. Turnusmäßigwerden elektronische Zähler alle achtund herkömmliche alle 16 Jahre ausgetauscht. Kostenlos.ZählerwesenPeter MüllerTel.: 07542 [email protected] für HäuslebauerAntragsformulare für Netzanschlüsse sowie weitere Infoskönnen Bauherren unter www.rw-bodensee.de/bauherrennachlesen und herunterladen.Hausanschlüsse Strom undErdgas, Photovoltaik, BHKWWolfgang KnödlerTel.: 07542 [email protected] Technik undTechnischer Vertrieb:07542 9379-181Tettnang. Das Regionalwerk Bodenseeveranstaltet unter seinem Motto„Unsere Energie vor Ort“, einenFotowettbewerb. Die Vereine sindaufgerufen, diesen Slogan auf sich zuübertragen und im Bild festzuhalten.Noch bis zum 16. Mai können alleVereine, die in den Gründungsgemeinden des Regionalwerks Bodenseebeheimatet sind, ihren Schnappschusseinsenden. Über die Website desRegionalwerks können die Fotos direkthochgeladen werden. Nach einerPrüfung durch das Regionalwerk Bodensee werden die Fotos in die Wettbewerbsgalerie aufgenommen. Ab dem16. Mai findet ein Voting statt: JederBesucher der Website kann dann ineiner Galerie seine Favoriten wählen.Dem Sieger winken 300 Euro für dieVereinskasse, 200 Euro gibt es für denzweiten und 100 Euro für den drittenPlatz. Voraussetzungen: Das Foto musseindeutig eine Verbindung zum Sloganerkennen lassen. Und: Das Foto musstechnisch einwandfrei sein, das heißtnicht verwackelt und nicht über- oderunterbelichtet. Es muss außerdem indruckfähiger Qualität (360 dpi, mind.1 MB, max. 10 MB) und im jpg-Formatübermittelt werden.Teilnahmebedingungen und weitereInfos unter:www.rw-bodensee.de/fotowettbewerb

10Alles KäseWer tagsüber durch den kleinen Ort Siggenweiler in Richtung Obereisenbach fährt, sieht genau im Ortskern einschon klassisches Bild: Ein Milchtankwagen wird geleert. Rund 10 Mal pro Tag wiederholt sich der Vorgang. 140 000Liter Milch werden im Bergpracht-Milchwerk an einem Tag angeliefert und zu Käse, Butter, Brotaufstrich verarbeitet.Die Produktpalette reicht von diversen Weichkäsesorten, überden in vielen Geschmacksrichtungen zubereiteten Brotaufstrich „Trakaya“ bis hin zu gefrosteten Käsewürfeln für dieWeiterverarbeitung. So werden denn die Pizzen namhafterHersteller mit Käse aus Siggenweiler belegt. Rund 150verschiedene Produkte, darunter auch diverse Bioprodukte,stellt das Bergpracht-Milchwerk her. Das „Milcheinzugsgebiet“von Bergpracht reicht vom vorderen Allgäu, über den Bodensee bis nach Richtung Tuttlingen. Die Milch von rund 220Bauern wird in Siggenweiler verarbeitet. 50 Millionen Literkommen pro Jahr zusammen.In dritter Generation wird das Bergpracht-Milchwerk heutegeführt: Remigius Halder, Großvater des heutigen Geschäftsführers Karl-Georg Geßler, pachtete 1930 zunächst die bisdahin genossenschaftlich organisierte Molkerei. 1937schließlich kaufte er sie und legte den Grundstein für denFamilienbetrieb. Immer wieder wurde in den darauffolgendenJahren die Produktionsstätte am Stammsitz erweitert. Als esim Ortskern von Siggenweiler definitiv zu eng wurde, erwarbKarl-Georg Geßlers Vater Karl Geßler ein Grundstück inder Nähe und lagerte 1999 dorthin die Verpackung und dasKühllager aus. Demnächst wird ein weiterer Verlagerungsschritt folgen.Mit circa 80 Mitarbeitern versteht sich Bergpracht als familiäresUnternehmen. „Wir machen alles selbststä

günstigen Tarife attraktiv gewesen. „Das Wichtigste bei den Schwaben ist der Preis“, lacht Staudenmayer. Aber auch der regionale Bezug sei schon immer ein wichtiges Verkaufsargument gewesen, erklärt der 65-Jährige. Geholfen habe dabei auch die Veranke-rung in den Gemei