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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie,Verkehr und LandesentwicklungModernisierung kommunaler Liegenschaften,die sich wirklich lohntWege zu einem energieoptimierten Gebäudebestand

INHALTIMPRESSUM    2ANALYSE DES LIEGENSCHAFTSBESTANDS4AUSWAHL DES ENERGIESTANDARDS   7FÖRDERUNG BEI DER ENERGETISCHEN MODERNISIERUNG 10GEFÖRDERTE REALISIERTE BEISPIELE    12IMPRESSUMHERAUSGEBERHessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie,Verkehr und LandesentwicklungKaiser-Friedrich-Ring 7565189 WiesbadenTelefon: 0611-815-0www.wirtschaft.hessen.deKONZEPTION UND BEARBEITUNGHessenEnergieGesellschaft für rationelle Energienutzung mbHMainzer Straße 98–10265189 WiesbadenTelefon: 0611-74623-0www.HessenEnergie.deAUFLAGEJuni 2018GESTALTUNGSCHUMACHERBrand Interaction DesignJulius-Reiber-Straße 2264293 Darmstadtwww.schumacher-visuell.de

ENERGETISCHE GEBÄUDEMODERNISIERUNG,EINE LOHNENDE INVESTITION FÜR KOMMUNENDie Kosten für die Energieversorgung der kommu nalen Liegenschaften bilden eine nennenswertePosition in jedem Kommunalhaushalt. Darüberhinaus muss die Nutzung fossiler Energieträgeraus Gründen des Klimaschutzes erheblich ver rin gert und auf längere Sicht ganz vermieden werden. Eine Reduktion des Energieverbrauchsder kommunalen Liegenschaften ist daher sowohlökonomisch als auch ökologisch unabdingbar.Zur Finanzierung der für die energetische Ge bäude modernisierung notwendigen I nvestitionenstehen den Kommunen in der Regel Förderprogramme zur Verfügung. Wichtig ist es daher,rechtzeitig zu prüfen, welche Maßnahmen zurVerbesserung der Energieeffizienz mit o hnehin geplanten Maßnahmen gekoppelt werden k önnen. Darauf aufbauend können dann Förderanträge fürdie v orgesehenen Maßnahmen gestellt werden.Abhängig vom Baualter sowie von eventuell bereitsdurchgeführten Sanierungsmaßnahmen bietenalle kommunalen Liegenschaften ein in der Regelerhebliches Potenzial zur Reduktion des Energie verbrauchs und der Energiekosten. Um diesesPotenzial zu erschließen, ist es vor allem notwendig,bei anstehenden Instandsetzungs maßnahmengleichzeitig die Energieeffizienz des Gebäudes ent scheidend zu verbessern. Dabei liegt der em pfehlenswerte energetische Standard oft deutlichüber dem gesetzlich geforderten Mindeststandard.Durch den gewählten energetischen Standard werden schließlich der Energieverbrauch und dieVerbrauchskosten des Gebäudes voraussichtlichbis zum nächsten Sanierungszyklus festgelegt, derfür einzelne Bauteile bis zu 40 Jahre betragen kann.Die vorliegende Broschüre m öchte eine Grundlage für die Kommunen schaffen, f undiert überdie D urch führung energetischer Modernisierungs maß nahmen entscheiden zu können. Ziel ist es,mit maximaler F örderung k ostengünstig einen ener getisch optimierten und damit nachhaltigenLiegenschaftsbestand zu e rreichen. Dass d iesesZiel erreichbar ist, zeigen die in d ieser Broschüredargestellten praktischen B eispiele einer ener getischen Modernisierung.3

ANALYSE DES LIEGENSCHAFTSBESTANDSDie Grundlage für eine E ntscheidung zur e ner ge tischen Modernisierung sollte die K enntnisüber den baulichen, anlagentechnischen undenergetischen Zustand der Liegenschaften von Kommunen sein. Die Beantwortung folgender Fragen kann dazu dienen, Prioritäten zu setzen: Welche Gebäude umfasst der Liegen-schaftsbestand (Gebäudeart, Fläche)? Wie ist der energetische Zustand be schaffen(Gebäudehülle und Anlagentechnik)? Welches Nutzungsprofil besitzt dasGebäude? argestellt. Es ist ratsam, dazu von Land und Bunddangebotene fi nanzielle und fachliche Unterstützungabzufragen. Das Land Hessen bietet beispielsweiseeine Förderung von Konzepten zur Erzeugungund Verteilung von erneuerbaren Energien, vonEnergieeffizienzfahrplänen und von kommunalenEnergiekonzepten an. Diese können eine exakte Erfassung des Liegenschaftsbestands beinhalten.Ein softwaregestütztes kommunales Energiemanagement kann die Analyse des Liegenschafts bestands wesentlich vereinfachen und hat langfristig große Vorteile. Zwar sind die Aufnahme derZähler struktur und die monatliche Erfassung zeitaufwendig, liefern aber fundierte Verbrauchswerte. Wie viel Energie wird im Gebäudefür Wärme und Strom gebraucht?Wie hoch sind die Energiekosten undgibt es Ein sparmöglichkeiten? Wurden bereits in den letzten Jahren energetische Maßnahmen durchgeführt?Neben den spezifischen K ennwerten eines Gebäudes (z. B. dem flächenbezogenen End energie verbrauch) sollten auch die absoluten Jahres kosten von Wärme, Strom und Wasser eines Gebäudes Berücksichtigung finden. Gebäude mithohen Jahreskosten weisen in der Regel nachenergetischen Modernisierungsmaßnahmen absolut höhere Kosteneinsparungen auf.Die Analyse des Liegenschaftsbestands kann im Rahmen eines Energiekonzepts erfolgen. Im Er geb nis soll eine Übersicht des Gebäudebestands vorliegen, aus der für sämtliche in kommunalem Verantwortungsbereich befindliche Gebäudehervorgeht, ob eine Modernisierung aus energe tischer Sicht sinnvoll erscheint. Beispielhaft istin der Abbildung auf der rechten Seite der energierelevante Liegenschaftsbestand einer Kommune4ENDENERGIEEndenergie bezeichnet die Energie, dievom Endverbraucher für die Gebäudever sorgung eingesetzt wird. Dazu zählen dieWärme für Beheizung und Trinkwarmwassersowie der Strom für Beleuchtung oder energierelevante technische Anlagen. DieEndenergie schließt Verluste der Heizungsanlage und im Ver teilungs system ein. Esist die Energie, die von einem Nutzer zu bezahlen ist. Sie ist bei ökonomischen Betrachtungen maßgebend. Zur Endenergieeinsparung führen ein hoher Wärmeschutzund eine effiziente Anlagentechnik.Im Vergleich dazu ist die Primärenergie insbe sondere bei Betrachtungen im Hinblick aufden Klimaschutz relevant, da hier die Art desEnergieträgers (Erdgas, Holz, Strom ) von Bedeutung ist. Der Primärenergiebedarf ist fürwirtschaftliche Entscheidungen ungeeignet.

Energetische Einordnung des Liegenschaftsbestand einer Kommune anhandder Jahresenergiekosten und des spezifischen Energieverbrauchs30 000hohe Jahreskostenguter Gebäudestandardhohe Jahreskostenschlechter Gebäudestandardniedrige Jahreskostenguter Gebäudestandardniedrige Jahreskostenschlechter GebäudestandardJAHRESGESAMTKOSTEN ENERGIE Euro/Jahr25 00020 00015 00010 000Priorität für eine energetischeModernisierung5 000hochmittelgering0050100150200250JÄHRLICHER SPEZIFISCHER ENERGIEVERBRAUCH kWh/m² NettogrundflächeDURCH DIE SYSTEMATISCHE AUF LISTUNGUNSERER LIEGENSCHAFTEN KONNTENWIR DIE GEBÄUDE ERMITTELN, FÜR DIE EINEENERGETISCHE MODERNISIERUNG EINELOHNENDE INVESTITION SEIN KANN.Bernd Weber, Hochbauamt Stadt Gießen5

Eine abgeschwächte, aber hinreichend aufschluss reiche Methodik zur Einschätzung der energetischenGebäudequalität kann auch die Auswertung desEnergie verbrauchsausweises sein. Dieser ist seit2009 für öffentliche Gebäude mit Publikumsverkehrverpflichtend. Darin liefert insbesondere die verbrauchte Endenergie der Gebäude einen Anhalts punkt zur energetischen Qualität von Gebäude hülleund Anlagentechnik. Zur ersten E inschätzungder Werte aus den Energieverbrauchsausweisenkönnen für verschiedene Gebäudekategorien Re ferenz werte gegenübergestellt werden. Diesegehen beispiels weise aus der Bekanntmachung derRegeln für Energieverbrauchs kennwerte und derVer gleichswerte im Nicht wohn gebäudebestand hervor(veröffentlicht unter www.bbsr- energieeinsparung.de).Einen komplexeren Vergleich der energetischenGe bäude qualität ermöglicht die Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Daten ver wendungim Nichtwohngebäudebestand. Darin sind t y pische Wärmedurchgangskoeffizienten ( U-Werte) vonBau teilen je nach Jahr des Einbaus a ufgeführt. Mit dieser M ethode können die energetische Q ualitätenergetisch w irksamer Gebäude komponenten unddas Einsparpotenzial der Ge bäude abge schätztwerden. Maßgebend zu betrachtende B ereiche sindin der folgenden Grafik dargestellt.LuftdichtheitKontrollierteBe- und EntlüftungGebäudehülle– Wärmedämmung– euchtungWärmeerzeuger6

AUSWAHL DES ENERGIESTANDARDSJedes Gebäude, das energetisch ertüchtigt wird,muss die Anforderungen der gesetzlichen energe tischen Mindeststandards eines Altbaus aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein halten. Wiein der folgenden Grafik am Bei spiel einer Kinder tagesstätte gezeigt wird, sorgen diese Mindest an forderungen für eine Verringerung des Endenergie verbrauchs. Sie bilden aber nicht unbedingt denüber den Gebäude lebenszyklus kosten günstigstenGe bäude energiestandard ab. Die Qualität der Dämmung der Gebäudehülle, die Eigenschaftenvon Fensterverglasung und -rahmen, der Einsatz effizienter Anlagentechnik oder die Beachtung vonLuftdichtheit und Wärme brücken freiheit bieten invielen Fällen weiteres Einsparpotenzial von Energie und bei den Lebens zykluskosten.DIE HOHE ENERGIEEFFIZIENZDES MODERNISIERTEN SCHUL GEBÄUDES STELLT EINEGUTE GRUNDLAGE DAR, DIEBENÖTIGTE ENERGIE BIS2040 AUS ERNEUERBARENQUELLEN ZU ERZEUGEN.Marian Zachow,Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent,Landkreis Marburg-BiedenkopfWeitere Einsparungen sind dann möglich, wennals Ziel für die Modernisierung der k ommunalenAltbauten der energetische Mindeststandardeines Neubaus festgelegt wird. Im Beispiel derKindertagesstätte auf dieser Seite wurde in derPraxis eine Modernisierung durchgeführt, diebesser ist als das EnEV-Neubau-Niveau. Die gemessenen Verbrauchsdaten bestätigen die vorabberechnete Steigerung der Energieeffizienz.Endenergie verschiedener EnergiestandardsEndenergie (Heizung undJÄHRLICHE ENDENERGIE (HEIZUNG UND WARMWASSER)kWh/m² Nettogrundfläche200Warm wasser) verschiedenerEnergiestandards am Beispieleiner rauch vor der Modernisierung: ca. 165 kWh/(m²a)Endenergieverbrauch nach der Modernisierung: ca. 69 kWh/(m²a)50Mit dem Einsatz von Passivhauskomponenten kann der Energie verbrauch weiter reduziert werden.0BestandEnergieverbrauchEnEV StandardAltbau(ab 2016)EnEV StandardNeubau(ab 2016)ModernisiertEndenergieverbrauchPassivhausim Bestand7

LÜFTUNGSANLAGE MITWÄRMERÜCKGEWINNUNGDie Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnungsorgt für einen hygienischen Luftwechselim Gebäude, für einen Feuchteschutz durchdie Abfuhr von Feuchtelasten aus dem Gebäude und für eine Übertragung der Wärmeaus der warmen Abluft in die frische Zuluft.Sie sorgt somit für ausreichend gute Luft qualität im Gebäude, begrenzt die Feuchtig keit, wodurch Schimmelbildung verhindertwird, und spart Heizenergie ein.Eine noch h öhere Gebäudeenergieeffizienz kanndurch eine Modernisierung mit passivhaus taug lichen Komponenten erreicht werden. Dazu ge hören der Einsatz von L üftungsanlagen mit Wärme rück gewinnung, die etwas stärkere Dämmungund die am Markt standardmäßig zu erhaltendenFenster mit Passivhausrahmen.Der Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärmerück gewinnung ist insbesondere bei ausgeprägten Tages nutzungszeiten von Gebäuden und/oder einerhohen Personenbelegung empfehlenswert. Sie sorgtneben der Vermeidung von signifi kanten Lüftungswärmeverlusten während der Heiz periode auch fürdie erforderliche hygienische Luftqualität im Gebäude. Schüler, Lehrer oder Verwaltungs angestellteprofitieren von der guten Luft; Lern- und Arbeits bedingungen werden verbessert.Daneben sollte für Stromanwendungen im Gebäudeeffiziente s tromsparende Technik ange wendetwerden (z. B. LED im Beleuchtungsbereich, bedarfs geregelte Heizungspumpen).Die energetisch optimierte Modernisierung berück sichtigt auch den Klimaschutz optimal. Der End energiebedarf eines Gebäudes sollte auf einMindestmaß reduziert und der Restwärmebedarfnach Möglichkeit durch den E insatz e rneuerbarerEnergien gedeckt werden. Die Wahl von Holz feuerungsanlagen oder Kraft- Wärme-Kopplungs anlagen hat bei umfassenden Modernisierungenzudem den Effekt, dass die g esetzlichen Vorgabeneiner Vorbildfunktion ö ffentlicher Gebäude, dieaus dem Gesetz zur F örderung ErneuerbarerEnergien im Wärmebereich ( EE WärmeG) hervor geht, abgedeckt sind.8

DURCH UNSERE FREI VERFÜG BARE GESAMTKOSTEN BE RECHNUNG VERGLEICHENWIR IM VORFELD, WELCHERGEBÄUDESTANDARD ÜBERDEN LEBENSZYKLUS AMWIRTSCHAFTLICHSTEN IST.Doch welcher Energiestandard stellt sich in denzur Modernisierung vorgesehenen Liegenschaftenwirtschaftlich dar? Die Antwort auf diese Frage mussim Vorfeld der Projektumsetzung geklärt werden.Dabei sollte als Betrachtungszeitraum für die Wirt schaftlichkeit der energetischen Modernisie rung der Lebenszyklus (oder Sanierungszyklus) des Ge bäudesherangezogen werden. Denn ein modernisiertes Gebäude wird mit großer Wahr schein lichkeit frühes tensnach Ablauf von 40–50 Jahren e rneut umfassendertüchtigt. Unterstützt werden kann die Abschätzung anhand einer Gesamtkostenberechnung, in derdie Investitions kosten, Betriebskosten und Folge kosten verschiedener energetischer NiveausMathias Linder,Amt für Bau und Immobilien, AbteilungEnergiemanagement, Stadt Frankfurt a. M.verglichen werden können (z. B. hier: http://www.energiemanagement.stadt- frankfurt.de, Menüpunkt: Gesamtkoste berechnung). Die Bearbeitungstiefe sollte dabei der P hase 2 ( Vorplanung) nach derHonorarordnung für Architekten und I ngenieure(HOAI) entsprechen.Gesamtkostenberechnung vor der M odernisierungeiner Schule in F rankfurt für verschiedene EnergiestandardsÜber den Betrachtungszeitraum von 50 Jahren stellt das Passivhausmit LED-Beleuchtung die wirtschaftlichste Variante gegenüber a nderenEnergiestandards mit Standard-Beleuchtung dar.250200UmweltfolgekostenJÄHRLICHE GESAMTKOSTENEuro/Jahr und m² Nettogrundfläche150Verwaltung und tromkostenHeizkostenKapitalkosten0EnEV Standard 2009EnEV Standard 2009minus 30%Passivhaus9

FÖRDERUNG BEI DER ENERGETISCHEN MODERNISIERUNGIm Zuge einer Gesamtkostenberechnung der ener getischen Modernisierung sollten auch die Fördermöglichkeiten des Bundes und des Landes HessenBerücksichtigung finden. Förder programme fürdie energetische Modernisierung haben grund sätzlich als Anforderung, dass der Gebäudeenergiestandard nach der M odernisierung besser wird,als es die gesetzlichen Mindestanforderungender EnEV vorgeben. F örder schwerpunkte z eigen,dass in Hessen die m aximale För derung mit demenergetischen Niveau des Ge bäudes nach der Mo der nisierung steigt. Es lohnt sich also, einen höheren energetischen Standard ins Auge zu fassenund in der Folge a ufgrund der geringen Energie kosten im G ebäudebetrieb zusätzlich davon zuprofi tieren. Die in dieser B roschüre vorgestelltenMo dernisie rungs projekte (s. S. 12 ff.) wurden auf grund ihrer optimierten Gebäudeenergieeffizienzvom Land Hessen gefördert.Doch welche Fördermöglichkeiten gibt es undwelche eignen sich? Grundsätzlich sind Internet portale zur Information eingerichtet, die sämtliche Anforderungen sowie die Art und den Umfangvon Förderungen beschreiben. Häufig bieten die Länder und der Bund eine kostenfreie oder geförderte fachtechnische Beratung an, welche dieIdentifi zierung sinnvoller Maßnahmen für das jeweilige Gebäude zum Ziel hat. Aktuell kannbeim Hessischen Wirtschaftsministerium vor derenergetischen Modernisierung kommunaler Nichtwohngebäude eine kostenlose Vorfeldberatungin Anspruch genommen werden. Damit werdenStädte und Gemeinden bei der Projekteinschätzung unterstützt. Die B era tung zum g esamten S pek trum der Fördermöglichkeiten für Kommunenbietet die H essi sche Landesenergieagentur an.Fördermöglichkeiten für Kommunen werdenvom Hessischen Wirtschaftsministeriumauf der Internetpräsenz zu Energiethemenvorgestellt (www.energieland.hessen.de)10

DA WIR EINEN SEHR GUTENENERGIESTANDARD ANSTREBEN,HAT UNS DIE FÖRDERUNGDES LANDES HESSEN BEI DERUMSETZUNG SEHR GEHOLFEN.Beate Langrock,Da-Di-Werk GebäudemanagementLandkreis Darmstadt-DieburgIm Zuge von Vorfeldberatungen können grundsätzliche Fragen beantwortet werden: Genügt das ausgewählte Gebäude denFördervoraussetzungen (Ist-Zustand)? Welche Gebäudekomponenten werdengefördert und welche energetischenAnforderungen bestehen? Wie hoch ist die Förderung?Entscheidend für die Förderung ist regelmäßig dieAusstellung energetischer Nachweise. Diese könnenje nach e nergetischem S tandard v er schiedeneAnforderungen beinhalten. Die B eachtung ein schlä giger e nergetischer Parameter (Heizwärme bedarf, Wärme brückenfreiheit oder Luft dichtheit)im Rahmen einer geförderten fachlichen Projekt be gleitung kann optimierte Werte für das Gebäudeliefern. Entsprechend muss der Aussteller desenergetischen N achweises die j eweils b enötigte Quali fikation besitzen. Insbesondere bei ener getischoptimierten Energiestandards s ollten vorab Re ferenzen der potenziellen Aussteller für Gebäude mitvergleichbaren Energiestandards einge holt werden.Häufig sind P laner, Architekten oder Aus stellerenergetischer Nachweise über ein schlägige Förder programme und deren Anforde rungen und Kon ditionen informiert und k önnen w eitgehen deHilfestellung geben.Die aktuellen Förderprogramme des LandesHessen zur e nergetischen Modernisierungsind zu fi nden unter www.energieland. hessen.deund www.WIBank.de Mit welchen Bundesprogrammen ist diehessische Förderung kombinierbar? Welche Unterlagen werden für einenFörderantrag benötigt?11

MODERNISIERUNG MITPASSIVHAUSKOMPONENTENGESAMTSCHULE IN NEUSTADTDie für das Baujahr 1979 typische Beton skelettbau weise mit u nzureichend gedämmten Fassaden elementen e rforderte eine energetische Moderni sierung.Außen liegende Betonstützen des Bestands gebäudes stellten einen wärmetechnisch er heb lichen Schwachpunkt dar. Durch das Anbringeneiner vorgefertigten gedämmten Vorstell fassadewurden diese Wärmebrücken entschärft.Fenster wurden als 3- Scheiben- Wärmeschutz verglasung mit passivhaustauglichen R ahmenaus geführt. Die Dachdämmung hat eine durch schnittliche Dicke von mehr als 30 cm.Im Kriechkeller wurde die D eckendämmung imSpritzverfahren durchgeführt, da ein An bringenvon P lattendämmstoffen bautechnisch schwermöglich war.Dezentrale und zentrale Lüftungsanlagen mit Wärme rückgewinnung sorgen für eine gute Luftqualität. Durch die CO2-Sensoren in den Klassenräumen wird die Anlage bedarfsgerecht geregelt.Beleuchtungseinrichtungen werden nach der Mo derni sierung durch das Tageslichtangebot ak ti viert und gesteuert.Endenergieeinsparung gegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand90 %Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut PassivhausProjektierungs-Paket (PHPP)16 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierungnichtausgewiesenCO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 72 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen660.000 EURZuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude1.048.167 EURUmsetzungszeitraum2013 bis 2015Landkreis Marburg-BiedenkopfTechnisches GebäudemanagementGerrit ZlydnikTel.: 06421–405143912

MODERNISIERUNG MIT PASSIV HAUS KOMPONENTENGESAMTSCHULE IN WETTERDie Wollenbergschule in Wetter wurde 1962 errichtet. Die energetische M odernisierung erfolgtezwischen 2014 und 2016.Durch eine vorgestellte Holzfassade werden Wärme brücken der Betonstützenkonstruktion entschärft.Die Gefache sind mit Mineralfaser ausgefüllt.Die 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mitpassiv haustauglichen Rahmen wurde auf der Baustelle in die vorgefertigte Fassade eingesetzt.Im Kriechkeller wurde die D eckendämmung imSpritzverfahren durchgeführt, da ungleichmäßigeOberflächen den Einsatz von Plattendämmstoffenschwer ermöglichten.Dezentrale und zentrale Lüftungsanlagen mitWärme rückgewinnung sorgen für hygienischen Luftaustausch. Insbesondere bei innen liegenden Räumen sind die Lüftungsanlagen durch höhere Auslegungsvolumenströme gekennzeichnet, weil dorteine unterstützende Fensterlüftung nicht möglich ist.In der Küche ist eine Abluftanlage ohne Wärmerück gewinnung installiert. Diese ist nur in der Nutzungszeit aktiv, um in der Heizperiode Lüftungswärme verluste zu vermeiden.Verschattungseinrichtungen zum Erhalt des sommerlichen Wärmeschutzes sind durch Lichtsensoren gesteuert und können manuell übersteuert werden.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand86 %Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut PassivhausProjektierungs-Paket (PHPP)18 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierungnichtausgewiesenCO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 255 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen1.595.000 EURZuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude2.585.100 EURUmsetzungszeitraum2014 bis 2016Durch das große Gebäudevolumen und die Opti mierung der Bauteilanschlüsse wird eine sehr guteLuftdichtheit erzielt. Diese wurde durch einenLuftdichtheitstest bestätigt.Landkreis Marburg-BiedenkopfTechnisches GebäudemanagementGerrit ZlydnikTel.: 06421–405143913

MODERNISIERUNG MITPASSIVHAUSKOMPONENTENLANDRATSAMT IN GROß-GERAUDas Bauteil B des Landratsamts in Groß-Gerau wurdemit passivhaustauglichen Komponenten energetischmodernisiert. Die Modernisierung wurde währenddes regulären Verwaltungsbetriebs durchgeführt.Die Außenwand ist auch nach der M odernisierungals hinterlüftete Vorhangfassade mit Mineralfaser dämmung ausgeführt.Die Kelleraußenwand wurde mit Dämmschürzenversehen, da die Kellerdecke aus bautechnischenGründen ungedämmt geblieben ist.Fenster wurden als 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit Passivhausrahmen ausgeführt. DieDachdämmung hat eine Dicke von im Mittel 26 cm.Das Gebäude wurde abschnittsweise mit insgesamtdrei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnungausgerüstet. Auch in der Küche wird Wärme aus der gefilterten Abluft auf die Z uluft übertragen.Zur Luftverteilung im G ebäude werden die Flure alsÜberströmbereiche genutzt. Dadurch k onntender Luftvolumenstrom und die Anlagengröße redu ziert werden.Mehrere Heizungspumpen und Pumpen für einenWärmetauscher der Lüftungsanlagen wurdendurch effiziente Geräte ersetzt.Die Jalousien werden nach der Sonneneinstrahlunggeregelt, können aber manuell übersteuert werden.Durch den Austausch der alten Innenraumbe leuch tung durch LED-Leuchten wird der Verbrauch elektrischer Energie stark reduziert.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand86 %Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut PassivhausProjektierungs-Paket (PHPP)18 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierung 26 kWh/(m²a)CO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 248 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen1.501.000 EURZuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude2.145.175 EURUmsetzungszeitraum2014 bis 2017Landkreis Groß-GerauGebäudemanagementMichaela EichTel.: 06152-98933414

MODERNISIERUNG AUFEINEN NEUBAUSTANDARDRATHAUS IN SCHWALMTAL –RENZENDORFDas Rathaus in Schwalmtal wurde 1973 errichtet undbefand sich vor der energetischen Modernisierungim baulichen Grundzustand. Der hohe Energieverbrauch (u. a. die elektrische Energie in Nachtspeicheröfen) und der Einsatz asbesthaltiger Baustoffe erforderten die energetische Modernisierung.Nach der Modernisierung ist der Energiestandardbesser als der eines EnEV-Neubaus von 2016.Die schadstoffhaltige Verkleidung im Obergeschosswurde entfernt und der unverputzte Untergrundmit einem W ärmedämmverbundsystem versehen.Im Erdgeschoss wurde die Dämmung auf dem intakten Altputz aufgebracht.Die oberste Geschossdecke wurde vollständiggedämmt und mit Wartungswegen versehen. DieDacheindeckung wurde unterseitig zur Kondensatminimierung beschichtet.Teile der Fenster wurden zu einem früheren Zeit punkt bereits gegen 2-Scheiben- Verglasungen mitMehrkammerrahmenprofilen ausgetauscht. Dierestlichen Fenster wurden im Zuge der aktuellenModernisierung ausgetauscht.Weil die B odenplatte aus bautechnischen G ründennicht gedämmt w erden kann, wird die Außenwandbis zu den G ebäudefundamenten gedämmt. Dadurch wird der Wärmeabfluss in das E rdreich erheb lich vermindert.Die im Betrieb teuren Nachtspeicheröfen wurdendurch einen Pelletkessel ersetzt. Ein Pelletlagerist vorhanden, da ein bestehendes Öllager umge nutzt werden konnte. Die Pellets werden über einenSaug roboter in die Brennkammer eingeblasen.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand39 %Heizwärmebedarf nach derMo dernisierung laut Berechnung DIN 1859967 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierung 48 kWh/(m²a)CO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 85 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen91.000 EURZuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude130.372 EURUmsetzungszeitraum2013 bis 2014Gemeinde SchwalmtalBauamtHeiko SteuernagelTel.: 06638–91851915

MODERNISIERUNG AUFEINEN NEUBAUSTANDARDLOUISE-SCHRÖDER-SCHULEIN NIEDENSTEINDie Louise-Schröder-Schule (1965) in Niedensteinwurde auf einen verbesserten Neubaustandardmodernisiert. Der Primärenergiebedarf und die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten sind um mehrals 20 % besser als von einem Neubau von 2016.Die Dämmstoffe in der Außenwand und im Dachweisen nach der energetischen Modernisierungmit im Mittel 16 cm moderate Stärken auf.Die Pfosten-Riegel-Konstruktion (PRK) der Treppen häuser weist nach der Modernisierung U - Werteauf, die gerade den gesetzlichen Mindestan for derungen folgen. Dennoch kann das Gebäudebeim Wärmeschutz mit Ergebnissen überzeugen,die die Anforderungen eines EnEV- Neubaus von2014 um 30 % unterschreiten.Ein Großteil des flach geneigten Satteldachs wurdebereits zu einem früheren Zeitpunkt gedämmt. ImZuge der umfassenden Modernisierung wurden dieTreppenhausdächer nachträglich gedämmt.Wärmemengenzähler sind zur B estätigung des errechneten Wärmebedarfs ein gutes M ittel zurErfassung. Sie können aber auch b ereits in dennicht m odernisierten Bestandsliegenschaften derErfassung und Bildung von Kennwerten und derEntscheidung für eine e nergetische Moderni sierung dienen.Bereits vor der Modernisierung wurde eine Pellet heizung installiert. Deshalb ist die erreichte CO2- Einsparung vergleichsweise gering.Durch den Einsatz dickerer Dämmstoffe, eineenergieoptimierte PRK sowie eine Lüftungsanlagemit Wärmerückgewinnung hätte der Energiebedarfnochmals erheblich gesenkt werden können.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand49 %Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut Berechnung DIN 18599100 kWh/ (m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierungnicht ausgewiesenCO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 8 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen198.000 EURZuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude360.504 EURUmsetzungszeitraum2014 bis 2015Schwalm-Eder-KreisHochbauverwaltung und EnergieTel.: 05681–77545116

MODERNISIERUNG AUF EINENENERGETISCH OPTIMIERTENALTBAUSTANDARDTURNHALLE GREIFENSTEIN-BEILSTEINDie Turnhalle der Nassau-Oranien- Schule aus demBaujahr 1965 war energetisch und brandschutztech nisch in sehr nachteiligem Zustand. Nach derModernisierung erreicht das Gebäude das energetische Niveau eines Neubaus von 2014.Das Wärmedämmverbundsystem reduziert trotz desniedrigen Temperaturniveaus in der Halle (19 C)die Wärmeverluste erheblich.Das ehemalige flach geneigte S atteldach wurdedurch ein Pultdach ersetzt. D adurch konnte dieMineralfaserdämmung in einer S tärke eingebrachtwerden, die über die gesetzlichen Anforderungenhinausgeht.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand69 %Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut Berechnung DIN 1859976 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierungnicht ausgewiesenIm nicht u nterkellerten Gebäude wurde im Hallen bereich ein neuer Sportboden verbaut. Eine Schichtdieses Bauteils stellt die größt mögliche Trittschall dämmung dar. Sie fungiert gleichzeitig als Wärme dämmung.CO2-Einsparung der energetischen M aßnahmenca. 70 t/aErhaltene Förderungdurch das Land Hessen184.000 EURDer signifikante Deckungsanteil (ca. 85 %) aus einerAnlage der Kraft-Wärme-Kopplung, die energie effiziente Beleuchtung und die anteilige Be- undEntlüftung mit Wärmerückgewinnung im Umkleide bereich führen zu einem niedrigen Primärenergie bedarf des Gebäudes. Dies ist Voraussetzung zumErhalt der hessischen Förderung.Zuwendungsfähige Ausgaben gemäß Hessischem Förderprogrammfür die energetische Modernisierungkommunaler Nichtwohngebäude334.545 EURUmsetzungszeitraum2013 bis 2014Die Außenfassade der Gebäudewestseite war durchProfilverglasung gekennzeichnet. Die neue Wärme schutzverglasung vermindert den Wärmeverlustdieses Bauteils um das Dreifache.Alle Fensterflächen haben U - Werte, die b esser alsdie Anforderungen der EnEV sind ( zwischen 0,85bis 1,1 W/[m²K]).Lahn Dill KreisBauabteilung SchulenKerstin WeberTel.: 06441-407135417

MODERNISIERUNG AUF EINENENERGETISCH OPTIMIERTENALTBAUSTANDARDKINDERTAGESSTÄTTE OTTRAUDie eingeschossige, nicht unterkellerte Kinder tagesstätte Ottrau wurde 1974 als Massivbauer richtet. Nach der Modernisierung hält das Gebäude die energetischen Anforderungen einesEnEV-Neubaus von 2014 ein.Das Wärmedämmverbundsystem wurde im Zugeder Modernisierung auf das v erputzte M auer werkaufgebracht.Berechnete E ndenergieeinsparunggegenüber dem nicht m odernisiertenenergetischen Zustand55 %Die Zwischensparrendämmung des flach geneigtenSatteldachs vermindert nicht nur die Wärmeverlusteerheblich, sondern hat auch eine positive Wirkungauf den sommerlichen Wärmeschutz.Heizwärmebedarf nach der Modernisierung laut Berechnung104 kWh/(m²a)Heizwärmeverbrauch nachder M odernisierungnicht ausge

Endenergie (Heizung und Warmwasser) verschiedener Energiestandards am Beispiel einer Kindertagesstätte Endenergieverbrauch vor der Modernisierung: ca. 165 kWh/(m²a) Endenergieverbrauch nach der Modernisierung: ca. 69 kWh/(m²a) Mit dem Einsatz von Passivhaus-kompon