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18ÖsterreichAustriaTunnel 2/2011Brenner Basistunnel:RealisierungsstandBrenner Base Tunnel:Project statusDer 64 km lange Brenner Basistunnel (BBT) istein flach verlaufender Eisenbahntunnel zwischen Innsbruck/A und Franzensfeste/I. Er ist Teilder europäischen TEN 1 Achse, die den Ausbaueines länderübergreifenden Schienenkorridorsvorsieht (Bild 1). Der BBT besteht aus 2 parallelen Hauptröhren sowie einem darunter liegenden Erkundungsstollen. Im März 2011 sind16 km Erkundungsstollen und Zufahrtstunnelerrichtet. Im folgenden Beitrag wird der aktuelleStand der Arbeiten dargestellt.The 64 km long Brenner Base Tunnel (BBT) isa flat trajectory railway tunnel between Innsbruck/A and Franzenfeste/I. It is part of the European TEN 1 axis, which foresees the construction on a rail corridor linking countries together.The BBT comprises 2 parallel main bores as wellas the exploratory bore located beneath them.In March 2011, 16 km of exploratory tunnel andaccess tunnel had been completed. The following report deals with the stage reached bythe construction activities.1 Technisches KonzeptDer Brenner Basistunnel istein nahezu horizontal verlaufender Eisenbahntunnel mitzwei parallelen Röhren. DerTunnel weist zwischen denBahnhöfen Innsbruck undFranzensfeste eine Länge von55 km auf und wird südlich vonInnsbruck mit der bereits bestehenden auch unterirdischverlaufenden Umfahrung verbunden. Mit dieser Umfahrungund dem Basistunnel entstehtdamit die weltweit längste unterirdische Eisenbahnstreckemit einer Gesamtlänge vonetwa 64 km.Mittig unterhalb der beiden Eisenbahntunnelröhrenbefindet sich 12 m tiefer einErkundungsstollen. Dieser wirdzuerst abschnittsweise vor demBau der Hauptröhren errichtet,um hauptsächlich das Gebirgezu erkunden. Im endgültigenAusbau wird dieser Erkundungsstollen durchgehendgebaut, sodass er dann alsEntwässerungsstollen und beiNotwendigkeit als Dienststollen genützt werden kann [1].Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dr. Konrad Bergmeister, Brenner Basistunnel BBT SE,Innsbruck/A, [email protected], www.bbt-se.comDie wichtigsten Kenndatendes Brenner Basistunnels mitder Umfahrung von Innsbrucksind (Bild 2):Länge:64 kmLängsneigung:5,0 ‰ bis 6,7 ‰Scheitelhöhe des Basistunnels:795 m ü.d.M.Nettoquerschnitt derHauptröhren:ca. 43 m2Minimalquerschnitt desErkundungsstollens:ca. 26 m2Abstand der Querschläge:300 m. 2 Aktueller Realisierungsstand2.1 Stand der GenehmigungenDas technische Projekt und dieUmweltverträglichkeit wurdebereits 2009 von den StaatenÖsterreich (15. April 2009 Eisenbahnrechtliche und UVPGenehmigung) und Italien1 Basic conceptThe Brenner Base Tunnel is a nearly horizontal rail tunnel with 2parallel tubes. The tunnel runsfor 55 km between the railwaystations of Innsbruck and Fortezza and is connected southof Innsbruck with the alreadyexisting underground by-pass.This bypass and the Base Tunnelmake up the world‘s longest underground railway, with a totallength of about 64 km.An exploratory tunnel runsbetween and 12 m deeper thanthe 2 tubes of the rail tunnel.This will be built in sectionsbefore the construction of themain tubes, primarily to explorethe rock mass. This exploratorytunnel will be completed to runend-to-end in the final phaseof construction, so that it maybe utilized as a drainage tunneland, if necessary, as a servicetunnel [1].The main characteristics of theBrenner Base Tunnel are (Figure 2): Length:64 km Longitudinal gradient:5.0 ‰ to 6.7 ‰ Crown height of the Base Tunnel:795 m above sea levelNet cross-section of themain tubes:about 43 m2Minimum cross-section ofthe exploratory tunnel:about 26 m2Clearance of the cross-cuts:300 m.2 Current planningstatus2.1 Current state of the authorization proceduresThe technical project was authorized and the environmentalcompatibility confirmed by thegovernments of Austria (April15th 2009 authorization according to the Austrian law on railways and EIA approval) and Italy(July 31th 2009 CIPE decision) in2009. By the end of 2010 preparatory work was undertaken andapprox. 15 km of the exploratorytunnel and the access tunnel had

Brenner BasistunnelTunnel 2/2011(31. Juli 2009 CIPE-Beschluss)genehmigt. Bis Ende 2010wurden bauvorbereitende Arbeiten und etwa 15 km an Erkundungs- und Zugangsstollengebaut. In der Phase I, zwischen1999 und 2002 wurde das Vorprojekt erarbeitet. Ab 2003 bis2008 wurden im Rahmen derPhase II über 26.000 m an Erkundungsbohrungen, das technische Einreichprojekt und diePlanungen zur Umweltverträglichkeit durchgeführt.Am 18. November 2010wurde in Italien durch eineweitere CIPE-Genehmigungdie weitere Finanzierung undder Beginn der Phase III (Realisierungsphase) beschlossen. InÖsterreich hat der Ministerratam 1. Februar 2011 die weitereFinanzierung von Bauarbeitenzur Bauvorbereitung und vertieften Erkundung beschlossen.Mit der Errichtung der Hauptbaulose soll 2016 begonnenwerden. Die Fertigstellungdes Brenner Basistunnels istfür 2025 geplant.2.2 ProjektübergreifendeRegelplanung (guide design)Im Februar 2011 wurde dieprojektübergreifende Regelplanung europaweit ausgeschrieben. Durch diese gesamtheit-19Brenner Base Tunnelliche Planungsgrundlage solleine homogene und solideBasis für die Folgeplanungengebildet werden. Die wesentlichen Elemente dieser gesamtheitlichen Planung sind:Überarbeitung der Trassierung mit Einarbeitung sämtlicher OptimierungenNormative Grundlagen undtechnische Vorgaben fürdie losbezogene Ausschreibungs- und AusführungsplanungGrundsätze für die Bemessung, die konstruktive Durchbildung für eine Lebensdauervon 200 JahrenErstellen von detailliertenSchnittstellen- und TypenplänenToleranzvorgaben (vermessungs- und baumethodenabhängige Toleranzen) unterBerücksichtigung der FolgegewerkeVorkehrungen für den bahntechnischen Ausbau. Zusätzlich wird die gesamteTrassierung vom UTM in einprojektbezogenes Koordinatensystem BBT-TM gebracht,das durch eine transversaleMercatorprojektion erzeugtwird. Damit wird die mittlereProjekthöhe von 720 m or-1Alpenquerende EisenbahntransversaleTransalpine Railwaylinebeen built. In phase I, from 1999to 2002, the preliminary projectwas developed. Between 2003and 2008, in phase II, more than26.000 m of prospection borings,the technical final project and theTechnical excellence. Flexibility. Experience. Reliability. These are some of the factors for our success in this business.What really sets us apart however, is the way we think. Our mission is to continuously move forward and findinnovative approaches in order to meet your requirements. For new perspectives in underground engineering.8& 5)*/, %&&1&3 Technische Exzellenz. Flexibilität. Erfahrung. Verlässlichkeit.1BSUOFST GPS OFX QFSTQFDUJWFT1BSUOFS G S OFVF 1FSTQFLUJWFOJAG Tunnel 186x63.indd 1Damit bestehen wir im Wettbewerb. Was unswirklich auszeichnet, ist aber unser Denken.KBFHFSCBV DPNUnser Anspruch, weiterzugehen und nach innovativenAnsätzen zu suchen, um Ihre Anforderungen zu erfüllen.Für neue Perspektiven im Untertagebau.24.02.11 14:46

20ÖsterreichAustriaTunnel 2/2011 Regulatory principles and 2Regelquerschnitt durch TBMStandard cross-section of the TBMthometrische Höhe festgelegt,was ca. 770 m ellipsoidischerHöhe entspricht. Das Projektliegt somit in einem Gebiet ca.10 km östlich und westlich vomMittelmeridian. In diesem Fallbeträgt die Streckenverzerrungweniger als 2 bis 3 mm/km.Im so geschaffenen Bezugssystem muss keine weitere Rotation durchgeführt werden, dadie Meridiankonvergenz einfach zu berechnen ist und dersich daraus ergebende Reduktionseffekt auf die Richtungenunbedeutend ist (der Konvergenzwinkel beträgt ca. 4’).2.3 GeoreferenziertePlanungsgrundlagenDie gesamte Planung des Brenner Basistunnels wurde auf georeferenzierten Daten aufgebaut [2]. Das Projekt wurde mitden Koordinaten UTM-WGS84ausgearbeitet. Man bedientesich dabei der internationalen Vereinbarung, bei der dieProjektion der ellipsoidischengeographischen KoordinatenWGS84 nach Gauss erfolgt.Mittels querachsiger Zylinderprojektion wurde mit einemMassstabsfaktor von 0.9996und unter Verwendung desStreifens 32 gerechnet; bei diesem Ansatz ist der Mittelmeridian bei 9 Länge und besitzt eineE-Koordinate von 500 km, während die N-Koordinaten ihrenUrsprung am Äquator haben.Das Projektgebiet liegt amöstlichen Punkt 2 40’ vomMittelmeridian des Streifensentfernt; daher ist auch dieMeridiankonvergenz, sprichder Unterschied zwischen demgeographischen und dem Gitternord, beträchtlich. Daher istes vorteilhaft, die Projektdatenin ein ebenes Bezugssystem zutransformieren, das den Tras-planning for environmental compatibility were completed.On November 18th, 2010 furtherfinancing and the start of phaseIII (building phase) in Italy wereapproved by CIPE. On February1st,2011 Austria s federal Cabinetapproved further financing of preparatory construction works andin-depth prospection. The startof construction work in the mainconstruction lots is scheduled for2016 and the completion of theBrenner Base Tunnel for 2025.2.2 Cross-project system planning (guide design)In February 2011, the cross-projectsystem planning was tenderedEurope-wide, to create a solid,uniform basis for subsequentplanning. The essential elementsof this integrated planning are:Revision of the route planningincorporating all optimizations technical specifications forthe lot-based tendering andexecutive planningPrinciples for the design andconstruction detailing for aservice lifetime of 200 yearsCreation of detailed interfaceand type plansTolerances (surveying andconstruction method-dependent tolerances), takinginto account the subsequentworksMeasures for development ofthe railway infrastructure.In addition, the entire UTM-basedroute planning was placed in aproject-specific coordinate system:BBT-TM, produced by a transverseMercator projection. Thus, the average orthometric height of 720 mfor the project was determined,which is about a 770 m ellipsoidalheight. The project lies thereforein an area about 10 km east andwest of the central meridian. Thedistance distortion in this case isless than 2 to 3 mm/km.Thus, for this reference system, no further rotation mustbe performed, as the meridianconvergence is easy to calculate and the resulting reductioneffect on the directions is insignificant (the convergence angleis about 4‘).2.3 Geo-referenced dataand WebGisThe entire planning of the BrennerBase Tunnel was based on georeferenced data. The project wasdeveloped with UTM -WGS84 coordinates, using the internationalagreement for the projection ofthe WGS84 ellipsoidal geographiccoordinates according to Gauss.Calculation was done by means ofa transverse cylindrical projection,applying a scale factor of 0.9996for strip 32; using this approach

Brenner BasistunnelTunnel 2/2011sierungstätigkeiten besser angepasst ist. Damit werden dieUnterschiede zwischen denProjektdaten und den Trassierungsdaten minimal und aucham Rand unbedeutend:System UTM-WGS84Ost 692294,890Nord 5206131,024H (UELN) 804,942Long. 11 31’ 42.5775”Lat. 46 58’ 50.7947” Der Berührungspunkt des Zylinders ans Ellipsoid ist der Schwerpunkt des Projektes, das ist derHochpunkt der Projektachse(Ost-Röhre – Gl.1) und liegt inder Nähe der Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich.Für die geographische Definition derselben werden folgendeKenndaten verwendet:Ellipsoid WGS84Mittelmeridian des Streifens 11 31’ 42.5775”GebrauchskoordinateOst y0 20000.000 mGebrauchskoordinateNord x0 -5105739,717 mMaßstab Faktor 1.000121 Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise liegt darin, dass fürdas gesamte Bauwerk ein einziges System verwendet werden kann, und dies ohne dieProbleme, die normalerweiseentstehen, wenn für jeden Tunnelabschnitt andere Systemeverwendet werden.Das neue Bezugssystem,das von einer transversalenMercatorprojektion erzeugtwird, trägt die BezeichnungBBT TM-WGS84 und wird folgende Koordinaten haben:x (Nord); y (Ost).3 BauzeitplanDas Bauprogramm des Brenner Basistunnels 2010 wurdeKostengruppeRohbau65 %Ausrüstung15 %Management und Grundeinlöse12,5 %Risikovorsorge7,5 %Gesamt (Preisbasis 1. Januar 2010)7,46 Mrd. Tabelle 1: Kosten des Brenner Basistunnels nach KostengruppenCost groupBasic structure65 %Outfitting and Equipment15 %Management and land acquisition12,5 %Provision for risks7,5 %Total (Base Price 1 January 2010)Das weitere Bauprogrammsieht eine Aufteilung der Arbeiten in 5 Hauptbaulose vor:2 Baulose für den Erkundungsstollen und zur Bauvorbereitung sowie3 Hauptbaulose. Der durchgehende Erkundungsstollen wird etwa 1/3konventionell und 2/3 maschinell vorgetrieben. Die Zufahrtstunnel werden ausschließ-The project area is located 2 40‘east of the central meridian ofthe strip; so, the meridian convergence, or the differencebetween geographical andgrid north, is considerable.Therefore, it is advantageousto transform the project datainto a flat reference systemthat is better adapted to routeplanning operations. The differences between the projectdata and the line routing aretherefore minimal and marginally insignificant:7.46 billion Table 1: Costs of Brenner Base Tunnel by cost groupsauf Basis der UVP-Genehmigungen von vielen Optimierungen erstellt. Nach einer eingehenden Analyse wurde dasBauprogramm in Form einesWeg-Zeit-Diagramms erstellt.Notwendig war es dabei nebenden verschiedenen Vortriebsmethoden auch die Planungs- undAusschreibungs- bzw. Vergabezeiten zu berücksichtigen. Zusätzlich wurden internationaleErfahrungen bereits realisierterTunnelbauten einbezogen. DasWeg-Zeit-Diagramm umfasst diegesamten Bautätigkeiten vomRohbau bis zur Inbetriebnahmeund die dazu notwendigen Planungsleistungen ohne Berücksichtigung der derzeit noch nichtbekannten Projektrisiken.21Brenner Base Tunnelthe central meridian is at 9 longitude, with an E-coordinate of500 km, while the N-coordinatesoriginate at the equator.UTM-WGS84 systemEast 692294.890North 5206131.024H (UELN) 804.942Long. 11 31’ 42.5775”Lat. 46 58’ 50.7947” Sicher. Dauerhaft.Tunneltore von Elkuch Bator.Für höchste Anforderungen.Strengstens erprobt.Zum Beispiel am Lötschbergund Gotthard Basistunnel.Zur Sicherheit!Elkuch Bator Herzogenbuchsee www.elkuch.com T 41 62 956 20 50

22ÖsterreichAustriaTunnel 2/2011Bauprogramm Brenner-Basistunnel 2010 / Construction Schedule 2010 of Brenner Base Tunnel3Bauzeitplan 2010 des Brenner Basistunnels – auch als „Bergmeister-Plan“ bekannt gewordenConstruction Schedule 2010 of Brenner Base Tunnel – also known as „Bergmeister Plan“

Tunnel 2/2011Brenner Basistunnel23Brenner Base TunnelLiebe Leser,leider ist der Bauzeitplan imBüro des Brenner Basistunnelsganze 1,40 m breit und damiteinfach viel zu groß, um hierlesbar ohne Lupe abgedrucktwerden zu können. Aber Siehaben die Möglichkeit, aufIhrer tunnel-homepage unterwww.tunnel-online.info imSuchfeld folgenden webcode„TNL0O5CZ“ einzugeben unddirekt im pdf zu landen, das Siesich dann entsprechend vergrößert anschauen können.Dear reader,unfortunately this constructionschedule is only available in awidth of 1.40 m in the BrennerBase Tunnel office. And this isnot possible to print without giving you a magnifiying glass toread. But you re lucky to chooseyour tunnel-homepage www.tunnel-online.info and insert thefollowing webcode “TNL0O5CZ”in the search button. If you dothis, you directly will open a pdfwhere you can have a look on theschedule much more bigger.

24ÖsterreichAustriaTunnel 2/20114Geologisches LängsprofilGeological longitudinal sectionlich konventionell hergestellt.Beim Bau der Hauptbauloseteilen sich die Bauverfahrenauf etwa 1/4 konventionelleund 3/4 maschinelle Bauverfahren auf. Auch die Verbindungstunnel mit der Umfahrung von Innsbruck werdenkonventionell hergestellt.Das Bauprogramm 2010 desBrenner Basistunnels wurde aufBasis der UVP-Genehmigungen,neuer baulogistischer Optimierungen und verbesserter geologischer und hydrogeologischer Kenntnisse erarbeitet.Dieser Bauzeitplan (wird in denMedien als Bergmeister-Planbezeichnet) wurde im Aufsichtsrat der BBT SE genehmigtund bildet die Grundlage fürdie weiteren Investitionsmittelabflüsse und Bauvorhaben(Bild 3).4 PrognostizierteGesamtkostenDie Kosten des Brenner Basistunnels wurden auf der Grundlage des Einreichprojektes 2008großteils mit der Positionsmethode ermittelt. Zusätzlichwurden die Kosten der vorgeschriebenen UVP-Maßnahmenund der externen Bewertungberücksichtigt. Auch wurdeeine Valorisierung der prognostizierten Gesamtkostenvom 1. Juli 2006 bis zum 1.Januar 2010 durchgeführt(Tabelle 1).Im Risikoanteil wurdenauf der Grundlage einer analytischen Risikoanalyse dieidentifizierten Risiken mit einerhohen und mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigt. Zur Berücksichtigungder erwartbaren, aber derzeitnoch nicht identifizierbarenund quantifizierbaren Risikenwurde auf der Grundlage derösterreichischen ÖGG-Richtlinie: „Kostenermittlung fürProjekte der Verkehrsinfrastruktur“ (Version 2005) eineAbschätzung der notwendigenRisikovorsorge aufgrund vonlangjährigen Erfahrungswertenfür Infrastrukturprojekte vorgenommen [3]. Dieser zusätzlicheAnteil errechnet sich auf 602Mio. Euro. Aufgrund der österreichischen ÖGG-Richtlinieerrechnet sich eine gesamteRisikovorsorge auf 1.144 Mio.Euro (theoretisch ermittelte Risikovorsorge mit mittlerer undhoher Eintrittswahrscheinlichkeit und die erwartbaren, aberThe point of contact of the cylinder to the ellipsoid is the focusof the project, which is the highpoint of the project axis (Easttube - Tr.1) and lies near the border between Italy and Austria.The following data are used forthe geographical definition:Ellipsoid WGS84Central meridian of the strip 11 31‘ 42.5775“Function coordinateEast y0 20000,000 mFunction coordinateNorth x0 -5105739.717 mScale factor 1.000121 The advantage of this approachis that a single system can beused for the entire constructionproject, without the problemsarising that are ordinarily incurredwhen different systems are usedfor each tunnel sections.The new reference system,which is produced by a transverse Mercator projection, iscalled BBT TM-WGS84 and willhave the following coordinates:x (North), y (East).3 Construction scheduleThe 2010 Brenner Base Tunnel construction program wasprepared on the basis of manyimprovements according to EIAapprovals. The construction program was set forth in the form ofa time-phased workload chartfollowing a detailed analysis. Itwas necessary to take into account, besides the various tunnelling methods, the planningand tendering and procurementtimes. Additionally, internationalexperience from already constructed tunnels was included.The time-phased workload diagram covers the entire rangeof construction activities fromthe structural work through tothe start of operations and thenecessary planning serviceswithout considering the yetunknown project risks.The program provides for theconstruction work to be dividedinto 5 main lots:2 construction lots for theexploratory tunnel and partof the main tunnel and3 main construction lots. About 1/3 of the exploratorytunnel is to be excavated withconventional and 2/3 with mechanical tunnelling methods. Theaccess tunnels will be excava-

Brenner Basistunnelten Gesamtkosten des BrennerBasistunnels bezogen auf den1. Januar 2010 auf 8.062 Mio.Euro.The costs of the Brenner BaseTunnel have been largely determined using the item methodon the basis of the 2008 finalproject. In addition, the costs ofcompulsory EIA measures andexternal evaluation were considered. The estimated total costsfrom 1 July 2006 to 1 January2010 were also value-adjusted(Table 1).Based on a risk analysis, therisks considered were those identified as having a medium andhigh probability of occurrence.In order to take account of thoserisks which may be expected butare currently not yet identifiableand quantifiable, the ÖBB (2007)manual to determine costs andthe Austrian ÖGG directive „CostGervedng sb eii esPwww.coray.com4 Projected total costsANtrFted exclusively by conventionalmeans. About 1/4 of the construction of the main building lotswill take place with conventionaland about 3/4 with mechanicalexcavation methods. The tunnelsconnecting with the Innsbruckby-pass are to be excavated conventionally.The 2010 Brenner BaseTunnel building program wasprepared according to EIA approvals, new improvementsin construction logistics andimproved geological and hydrological knowledge. Thisconstruction program (knownto the media as the BergmeisterPlan) was approved by the BBTSE Supervisory Board and is thebasis for further investments andworks (Figure 3).RINGEFNLIFO R T U N NEESSCOROderzeit weder quantifizierbarennoch identifizierbaren Risiken).Mit dieser Risikovorsorge errechnen sich die prognostizier-25Brenner Base TunnelD MININGe MorthaunTunnel 2/2011n60coTell us your needs!www.normet.fi · www.taminternational.comNOR 110210 ImageAd TUN 186x130.indd 110.02.11 13:15

26Österreich5 Geologische Erkenntnisse durch den ErkundungsstollenDer Bau der Erkundungsstollendient primär der Vorerkundung[4]. Beim ErkundungsstollenInnsbruck – Ahrental wird diegeologische Dokumentationvon internem BBT-Personaldurchgeführt, um das Wissenund die Erfahrung für die weitere Planung zu verbessern. Ingeologisch schwierigen Abschnitten (Störzonen) wird jeder Abschlag dokumentiert, beimonotonen Verhältnissen bzw.Abschnitten mit gleichbleibender Geologie jeder zweiteAbschlag. Bei der geologischenOrtsbrustkartierung wird deranstehende Gesteinstyp, diegesteinsphysikalischen Parameter wie Härte und Verwitterung, die Ausbildung undRaumstellung der maßgeblichen Trennflächen und dieBergwasserverhältnisse beobachtet, gemessen und aufgezeichnet. Die dabei erhobenenDaten werden über die Tunneldatenbanksoftware „2-DOC“verwaltet und entsprechendeAbschlagsberichte erstellt.Ebenso werden kontinuierlichgeologische Längenschnitteerstellt, die die aufgefahreneGeologie zusammenfassenddarstellen. Ebenso erfolgt inregelmäßigen Abständen eineBerichterstattung an die zuständige Behörde.Wertvolle Erkenntnissekonnten bereits bei beiden Erkundungsstollenabschnittenim Innsbrucker Quarzphyllitund im Brixner Granit gewonnen werden (Bild 4).5.1 Innsbrucker QuarzphyllitDie beiden TunnelbauwerkeErkundungsstollen Innsbruck– Ahrental und der Zufahrtstunnel Ahrental des Erkundungs-loses Innsbruck – Ahrental liegen zur Gänze in Gesteinen derInnsbrucker Quarzphyllitzone.Diese Tunnelabschnitte werdenzyklisch mittels Sprengvortrieberstellt [5]. Die InnsbruckerQuarzphyllitzone ist auf denersten ca. 14 km des BBT-Tunnelsystems vom Portal Innsbruck aus zu durchörtern. Siereicht von Innsbruck, im Westenbegrenzt durch das Wipptal,bis in das Navistal, wo sie mitGesteinen des Tauernfenstersverschuppt bzw. durch einegroßangelegte Störungszonemit Gesteinen des Tauernfensters getrennt ist.Der „Quarzphyllit“ ist eineWechsellagerung aus unterschiedlichen Phylliten mitquarzitischen und gneisigenLagen. Es ist ein Gestein, dasschiefrig bis dünnplattig brichtund hauptsächlich aus Schichtsilikaten (Glimmer) und Quarzbesteht. Die Schieferung alsHaupttrennfläche liegt flach.Der Quarzphyllit ist aufgrundseines hohen Glimmeranteils ein dichtes Gestein, eswurden vorab nur sehr geringe Wasserzuflüsse in denTunnel prognostiziert. Die inihm eingelagerten, kleinräumigen Kalkmarmor- und Dolomitmarmorkörper könnenmit Bergwasser angereichertsein. Werden sie beim Tunnelvortrieb „angestochen“ rinntdieses Wasser binnen Tagenaus und versiegt dann. Dieswird trefflich mit dem Begriffdes „Ausblutens“ bezeichnet.5.1.1 ErkundungsstollenInnsbruck - AhrentalDer Ausbruchquerschnittdieses fast 6 km langen Stollens beträgt etwa 26 m2. Indiesem Abschnitt konntenAbschlagslängen bis zu 2,20 maufgefahren werden. AufgrundAustriaTunnel 2/20115Bauarbeiten im Erkundungsstollen Innsbruck - AhrentalConstruction of the exploratory tunnel Innsbruck - Ahrentalanalysis for transport infrastructure projects“ (2005) were usedto estimate the necessary riskprovisions on the basis of manyyears of experience in infrastructure projects [3].This additional quota is calculated as 602 mio. Euro. Based onthe Austrian ÖGG directive, totalrisk provision is 1,144 mio. Euro(risk provision for theoretical riskswith a medium-high probabilityf occurrence and the expectab-le, but still not identifiable andquantifiable risks). With this riskprovision the projected totalcosts of the Brenner Base Tunnel on 1 January 2010 is 8,062mio. Euro.5 Geological evidencefrom the exploratorytunnelConstruction of the exploratorytunnels is primarily for preliminaryexploration [4]. In the Innsbruck

Tunnel 2/2011einer Ausarbeitung der Oberflächengeologie wurden fürden Erkundungsstollen mehrere Schwäche- bzw. Bruchzonen, sog. Störungszonenprognostiziert. Entlang dieserStörungszonen wurde dasGestein durch gebirgsbildende Prozesse zerbrochen undzerrieben. Gerade für die Querung des Lanser Sees wurdenmehrere derartige Bruchlinienaufgrund Oberflächenkartie-Brenner Basistunnelrungen und Luftbildauswertungen vorhergesagt. Es wurdedaher befürchtet, dass der Tunnelvortrieb beim Anschneidenderartiger Störungen den Wasserhaushalt des Lanser Seesgefährden könnte. Tatsächlichwurde im Tunnelvortrieb beider Unterfahrung des LanserSee Gebietes ungestörtes Gebirge angetroffen. Die insgesamt anfallenden Bergwassermengen betragen bislang nur27Brenner Base Tunnel- Ahrental exploratory tunnel, geological documentation by internal BBT personnel will be carriedout to improve knowledge andexperience for further planning.In geologically difficult sections(fault areas) each advance will bedocumented, in uniform conditions or sections with the samegeology, every second advance.In the geological mapping of therock face, the bedrock face type,the rock physical parameters suchas hardness and weathering, theformation and spatial positionof the relevant joints and themountain water conditions willbe observed, measured and recorded. The data collected willbe managed through the tunneldatabase software „2-DOC“ andcorresponding advancementreports created. Continuous tracking of geological sections willbe set up, in which the extendedgeology is summarized. Similarly,

28Österreichknapp 0,1 l/s und sind damitdeutlich weniger als die ohnehin gering prognostiziertenBergwassermengen. Bislangwurden keine mächtigerenStörungen aufgefahren, dasGebirge zeigte nur abschnittsweise eine tektonische Beanspruchung in Form von wenige Zentimeter mächtigerScherbänder, entlang derender Quarzphyllit zu einem tonigen Zerreibsel aufgearbeitetist. Bei ca. Tunnelstation 2400m ist eine weitere Großstörungprognostiziert, die sogenannteAhrentalstörung. Der Tunnelsoll diese Störung im rechtenWinkel, also auf kürzestemWeg durchstoßen. Generellsind Störungen im Quarzphyllit ab einer gewissen Teufe– man geht von ca. 50 m Teufeaus – praktisch dicht und nichtwasserführend. Sie bergen abeiner gewissen Überlagerungmehr die Gefahr des langsamen und stetigen Bergdruckes, der Tunnelbauer sprichtvon einem „druckhaften“ Verhalten (Bild 5).5.1.2 Fensterstollen AhrentalDer Ausbruchquerschnitt des2,4 km langen Fensterstollensbeträgt etwa 90 m 2; dieserAbschnitt wird zyklisch, alsozuerst die Kalotte, dann dieStrosse und die Sohle, vorgetrieben.Durch die Nähe des Fensterstollens Ahrental zur Wipptalstörung, welche die Gesteineder Ötztaler und Stubaier Alpen von der großen Quarzphyllitmasse trennt, ist dasGebirge in diesem Tunnel vonAnbeginn an deutlich zerlegt.Bis Tunnelmeter ca. 30 standen eiszeitliche Schotterablagerungen im oberen Teil desTunnelquerschnitts an. Lockergesteine und Unterfahrung derAutobahn machten daher einen Vortrieb im Schutze einesRohrschirms (2 x 18 m) erforderlich.Auch traten von Anbeginnan im Quarzphyllit immerwieder Linsen und Bänke ausKalkmarmor auf, die zumeistwasserführend waren, aberrasch „ausbluteten“. Erschwerend beim Tunnelvortriebsind jene Trennflächen, diesteil nach Westen einfallen,was der Wipptalrichtung entspricht. Beim Vortrieb selbstwaren daher bislang nur kurzeAbschlagslängen bis max. 1,3m möglich. Aufgrund der regionalgeologischen Situationsollten sich die Gebirgsverhältnisse aber mit zunehmenderEntfernung zur Wipptalstörungsukzessive bessern.5.2 Brixner GranitDie tektonische Einheit desBrixner Granits permischenAlters besteht aus Granit unduntergeordnet aus aplitischenund pegmatitischen Gängen.Sie ist nicht metamorph, wurde jedoch durch die alpineGebirgsbildung tektonischbeansprucht. Dadurch ist derKomplex von spröden Störungen geprägt.Beim Brixner Granit handeltes sich um ein leukokrates mittelkörniges Gestein mit isotroper Textur. Die Auswertung von40 Dünnschliffanalysen ergabeine Mineralzusammensetzungdes Gesteins von 30 bis 40 %Quarz, 20 bis 30 % Orthoklas,20 bis 30 % Plagiklas und 10 bis15 % Biotit. Sekundärmineralesind helle Glimmer, Clorit, Albit,Titanit, Epidot, Calcit und opakeMinerale. Das Gestein enthälthäufig Mikrorisse mit ca. 20 µmMächtigkeit, welche mit Calzit,Albit, hellen Glimmern undQuarz gefüllt sein können.Austriaat regular intervals, a report tothe competent authorities willbe issued.Valuable insights from boththe exploratory tunnel sectionsthrough the Innsbruck quartzphyllite and Brixner Granite havealready been obtained (Figure 4).5.1 Innsbruck quartz phylliteThe 2 Innsbruck-Ahrental exploratory tunnels and Ahrental accesstunnel of the Innsbruck - Ahrentalexploratory lot lie entirely embedded in Innsbruck quartz phyllite.Roughly the first 14 km of the BBTtunnel system starting from theInnsbruck portal are to be cutthrough the Innsbruck quartzphyllite zone. It ranges from Innsbruck, bounded on the westby the Wipptal, until the Navistalwhere it is displaced or separatedby a major fault zone with rocksof the Tauern window.„Quartz phyllite“ is a stratification of different phyllites withquartzite and gneiss layers. It isa rock that breaks up easily intoslates and thin layers and mainlyconsists of layered silicates (mica)and quartz. The schistosity as themain joint face is flat. Quartzphyllite is a dense rock due toits high proportion of mica andhas led to predictions of verylow water inflows into the tunnel. The small-scale marbles anddolomitic marble bodies embedded wi

gende Koordinaten haben: x (Nord); y (Ost). 3 Bauzeitplan Das Bauprogramm des Bren-ner Basistunnels 2010 wurde the central meridian is at 9 lon-gitude, with an E-coordinate of 500 km, while the N-coordinates originate at the equator. The project area is located 2 40‘ east of the central meridian of the strip; so, the meridian con-File Size: 1MB